Klares "Nein" zur Zigarette gefordert: Österreichs Ärzteschaft fordert Rauchverbot

"Nicht genügend" für Pläne der Bundesregierung Vorschusslorbeeren für Neue Gesundheitsministerin

"Nein" sollen die Österreicher zu den Zigaretten sagen und zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Das ist der Kernpunkt einer Plakataktion der Österreichischen Ärztekammer, die in Wien präsentiert wurde. Ein "Nicht genügend" verteilten die Mediziner an die nächste Bundesregierung, die sich offenbar in ihrem Programm nicht zu einem generellen Rauchverbot in Lokalen entschließen konnte.

"Ich glaube, dass die neue Regierung nur ein sehr kurzes Bekenntnis zum Nichtrauchen abgegeben hat. Ich hoffe sehr, dass hier weitere Schritte gesetzt werden", sagte der Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, Walter Dorner. Rauchen in Autos und in Lokalen sei zu verbieten.

Positiv äußerte er sich zur Bestellung von Andrea Kdolsky zur neuen Gesundheitsministerin: "Ich persönlich glaube, dass sie als ausgebildete Anästhesistin und Managerin eine Expertin im Bereich der Medizin ist. Wir können sie nur mit Vorschusslorbeeren belegen. Wir können aber nicht genug fordern, dass die Rauchverbote umgesetzt werden."

Im Regierungsübereinkommen findet sich zum Rauchen folgender Passus: "Verankerung eines gesetzlich ausgeweiteten Nichtraucherschutzes (insbesondere durch strenge Regelungen auch in Lokalen durch räumlich abgetrennte Raucherzonen)." Das ist den Proponenten der Aktion "Nein - Kennen Sie Ihr Risiko? Kommen Sie zur Vorsorgeuntersuchung. Der letzte Atemzug beginnt mit der ersten Zigarette. Fragen Sie ihren Arzt, fragen Sie Ihre Ärztin (Plakattext, Anm.)" zu wenig.

Der Wiener Umwelthygieniker Univ.-Prof. Dr. Manfred Neuberger: "Von 1.000 Nichtrauchern müssen in Österreich 662 Menschen unfreiwillig Tabakrauch atmen. In Irland sind es nur 234." In Irland gibt es wie auch in Spanien oder Italien rigorose Rauchverbote in allen Lokalen. (apa/red)