"Klarer Sieg" für Ahmadinejad: Khamenei spricht von rechtmäßiger Präsidentenwahl

Rezaie: Teilweise aber 140 Prozent Wahlbeteiligung Ayatollah warnt die Opposition vor "Extremismus"

"Klarer Sieg" für Ahmadinejad: Khamenei spricht von rechtmäßiger Präsidentenwahl

Nach den Worten des obersten geistlichen Führers des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, hat es bei der umstrittenen Präsidentenwahl einen "klaren Sieg" und gleichzeitig keinen Wahlbetrug gegeben. Beim Freitagsgebet, dem zehntausende Menschen beiwohnten, verwies er auf den Abstand von elf Millionen Stimmen zwischen Amtsinhaber Ahmadinejad und seinem Herausforderer Moussavi. Der unterlegene Kandidat Rezaie verfügt dagegen über eine Liste von Wahlbezirken, in denen bis zu 140 Prozent Wahlbeteiligung festgehalten sind.

Er betonte aber auch, es stehe den Kandidaten offen zu protestieren. Sie könnten anwesend sein, wenn "einige" der Stimmen noch einmal ausgezählt würden. Gleichzeitig müssten die Kandidaten aber vorsichtig mit ihren Aussagen sein, da diese gefährliche Konsequenzen haben und die Gesellschaft radikalisieren könnten.

Khamenei ortet Vertrauen
Khamenei wies Manipulationsvorwürfe zurück. Bei der Abstimmung hätten die Iraner für den Kandidaten gestimmt, den sie als Präsidenten gewollt hätten. Zweifel an den offiziellen Ergebnissen und der Wiederwahl von Ahmadinejad müssten auf juristischem Wege untersucht werden. Laut Khamenei erhielt Ahmadinejad 24,5 Millionen der rund 40 Millionen Stimmen. Die Wahl sei ein Vertrauensbeweis der Bevölkerung in die Islamische Republik, fügte Khamenei hinzu.

Warnung an die Opposition
Khamenei warnte gleichzeitig die Opposition vor "Extremismus", der in Gewalt münden könne. Zudem kritisierte er vehement die Haltung des Westens bei der Beurteilung der Wahl. An die Adresse Moussavis gewandt sagte er, politische Entscheidung würden an den Urnen fallen, und nicht auf der Straße. Es mache keinen Sinn, dass Wahlverlierer auf die Straße ziehen und die Sieger dies auch machen. "Warum haben wir denn dann gewählt?", fragte Khamenei. Er rief beide Seiten auf, der Gewalt ein Ende zu bereiten. Straßenproteste seien der falsche Weg und müssten aufhören. Das System lasse sich davon nicht einschüchtern und werde auch "illegale" Forderungen nicht erfüllen.

Bis zu 140 Prozent Wahlbeteiligung
Der unterlegene iranische Präsidentschaftskandidat Mohsen Rezaie hat seine Kritik an Unregelmäßigkeiten bei der Wahl vom vergangenen Freitag bekräftigt. Er verfüge über eine Liste von 170 Wahlbezirken, in denen nach den offiziellen Auswertungen zwischen 95 und 140 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hätten, sagte Resai am Donnerstagabend im staatlichen Fernsehen. Das Innenministerium müsse die Auszählungsergebnisse für alle Wahllokale offenlegen, forderte der konservative Präsidentschaftskandidat, der dem Ergebnis zufolge abgeschlagen auf Platz drei landete.

(apa/red)