Klare Sache für Sebastian Loeb: Franzose holt Sieg bei Rallye-WM-Lauf in Portugal

Grönholm nach Zeitstrafe auf Rang vier abgerutscht Keine WM-Punkte: Stohl landet auf dem neunten Platz

Mit seinem dritten Saisonsieg hat der dreifache Rallye-Weltmeister Sebastien Loeb auch die WM-Führung übernommen. Loeb und Co-Pilot Daniel Elena setzten sich an der Algarve im Citroen C4 im 5. von 16 WM-Läufen durch und sind auch in der WM-Wertung Spitze, weil der Finne Marcus Grönholm so wie fünf weitere Ford-Piloten eine fünfminütige Zeitstrafe erhielten und von Endrang zwei auf vier zurückfiel. An Stelle von Grönholm und Mikko Hirvonen (FIN) landeten somit Petter Solberg (NOR/Subaru/+3:13,9) und Daniel Sordo (ESP/Citroen/5:05,3) auf den Ehrenplätzen. Das OMV-Kronos-Duo Manfred Stohl/Ilka Minor beendete die Portugal-Rallye im Citroen Xsara auf dem enttäuschenden neunten Platz.

"Wenn er keinen Fehler macht, ist er nicht zu schlagen", sagte Grönholm über Loeb als er sich noch auf Rang zwei wähnte. Doch die Entscheidung des Renn-Direktoriums stellte das Ergebnis auf den Kopf. Weil die Seitenscheiben zu dünn und damit nicht regelkonform waren, wurden die sechs Ford-Piloten bestraft.

Grönholm hatte froh sein müssen, überhaupt am Start zu sein. Sein Focus brachte nach der 12. SP anstelle der vorgeschriebenen 1.230 Kilogramm nur 1.225 auf die Waage, was eigentlich Sanktionen zur Folge hat. Christian Loriaux, der Technische Direktor des BP Ford World Rally Teams begründete das damit, dass nach einem Ausrutscher zwischen der dritten und vierten Zeitkontrolle einige Teile verloren gingen (Stoßstange, Schlussleuchte mit Kabeln, diverse Abdeckungen etc./insgesamt sechs Kilo).

Die Aufschlüsselung der Splitzeiten ergab, dass Grönholm in dieser Sektion langsamer war, was auf Probleme schließen ließ. Die FIA verhängte (noch) keine Sanktionen. Manfred Stohl meinte, die FIA habe daher die Autos nach dem Zieleinlauf nochmals genau geprüft. "Im Sinn des Sports ist das eine Notlösung, sie hätten rigoroser vorgehen können, denn Regel ist Regel", erklärte der Wiener.

Der 33-jährige Loeb freute sich über seinen 31. Karriereerfolg: "Wir haben die Rallye am Samstag gewonnen. Es war ein guter Kampf mit Marcus. Wir haben geschaut, dass der Vorsprung nicht zu gering wurde."

Stohl enttäuscht: "Das ist eine Niederlage"
Stohl, den ein Abflug nach einem Dreher wertvolle Minuten gekostet und damit um einen WM-Punktrang gebracht hat, war enttäuscht: "Null Fahrerpunkte, das ist das, was ich mir am wenigsten ausgerechnet habe", sagte der 34-jährige Wiener. Den letzten Tag sah er als Testtag, denn nach vorne gab es keine Perspektive mehr. Vor einem Jahr hatte Stohl als Gesamtvierter nach fünf WM-Rallyes 13 Zähler auf dem Konto, heuer sind es 5. "Das ist eine Niederlage, um es auf dem Punkt zu bringen."

In der abschließenden Super Special Stage im Estadio Algarve sorgte der Österreicher mit kleinen Showeinlagen beim spektakulären Sprung für Stimmung unter den 20.000 Zuschauern. Anschließend schaute er noch den Duellen der Besten zu und meinte zum Stadion-Auftritt Loeb-Grönholm. "Null Show, die fahren so verbissen, als ob es genau hier um den WM-Titel gehen würde. Vielleicht sollte ich das auch so machen, vielleicht ist das der Weg zum Erfolg."

Platz sechs holte sich der schwedische OMV-Kronos-Pilot Daniel Carlsson: "Das Auto fühlte sich nicht optimal an, aber die Zeiten waren gut. Ich bin glücklich über die Punkte. Auf SP 15 hatten wir ein Problem mit dem Headset, ich habe das Team gehört, anstelle die Ansagen von Denis", erzählte der Stohl-Teamkollege. Die nächste Rallye geht vom 3. bis 6. Mai in Argentinien in Szene.

(apa/red)