Klagenfurt bangt um seine Riesenarena:
Streit um Rückbau entzweit Kärntens Politik

Dörfler will von Verkleinerung nichts mehr wissen Bei kleinerem Fassungsvermögen keine Länderspiele

Klagenfurt bangt um seine Riesenarena:
Streit um Rückbau entzweit Kärntens Politik © Bild: APA/Gindl

Der Streit um den Rückbau des Klagenfurter EM-Stadions ist weiterhin ungelöst. Die Kärntner Politik ist sich uneins, wohin die Reise gehen soll. Während die Stadt Klagenfurt inzwischen eher auf die ursprünglich vereinbarte Verkleinerung auf 12.000 Plätze setzt, ist Landeshauptmann Dörfler ein Verfechter der "großen Lösung".

Es müsse unbedingt weiter Länderspiele in Klagenfurt geben, sagte Dörfler auf APA-Anfrage. Dörflers Stellvertreter in der Regierung und BZÖ-Parteichef Scheuch spricht sich hingegen eindeutig für den Rückbau aus. Auch Finanzlandesrat Dobernig betont, dass es vom Land keinen Euro mehr für einen Fertigbau des Stadions geben wird: "Da verzichten wir lieber auf Länderspiele."

In diesem Fall würde das Kamerun-Match das letzte Länderspiel in Klagenfurt sein, bekräftigte der ÖFB vor einigen Tagen per Aussendung. Generaldirektor Alfred Ludwig hofft auf ein Beibehalten der jetzigen Größe. "Ich bin sehr optimistisch. Es ist alles eine Frage der Finanzierung, da müssen sich eben alle an einen Tisch setzen." Die Einflussnahme des Verbandes in dieser Frage hält sich jedoch in Grenzen. "Wir können da nur Überzeugungsarbeit leisten und viele Spiele nach Klagenfurt geben", sagte Ludwig.

Noch vor der EURO 2008 war alles eindeutig geregelt. In dem zwischen Bund, Land Kärnten und Landeshauptstadt - sie finanzierten den Bau zu je einem Drittel - geschlossenen Vertrag wurde fixiert, dass die 32.000 Besucher fassende Arena unmittelbar nach der EM um eine Etage niedriger gemacht und so auf 12.000 Plätze verkleinert wird. Nach der EM wollten der damalige Bürgermeister Scheucher, der damalige Landeshauptmann Haider und der aktuelle Bürgermeister Scheider vom vereinbarten Rückbau nichts mehr wissen.
(apa/red)