Kitzbühel von

Max Franz ohne Respekt

Kärntner will nach "Stereo-Watschn" in den USA auch auf der Streif nicht zurückstecken

Max Franz © Bild: GEPA/Kneisl

Auch wenn das Training nicht ganz so gelaufen ist wie erhofft, freut sich Max Franz ungemein auf seinen zweiten Abfahrts-Auftritt auf der Kitzbüheler Streif. Der im Dezember in den USA so schwer gestürzte Kärntner spürt nach seinem Comeback vor einer Woche in Wengen die Sturzfolgen zwar noch leicht, möchte aber so schnell wie möglich wieder dort sein, wo er war. Sein Kitz-Ziel: "Erwische ich die Schlüsselkurven gut, kann ich vorne mitfahren. Ich wäre aber auch schon mit einem Punkt zufrieden."

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Der brutale Sturz in die Bewusstlosigkeit beim Super-G in Beaver Creek hat Franz zwar zu einer langen Pause gezwungen, zurückstecken will der 23-jährige Cousin von Ex-Abfahrer Werner Franz deshalb aber nicht. "Ich habe auch nur der Zeitung entnommen, dass Werner mit mir darüber reden will. Als wir dann geratscht haben und ich ihm erzählt habe, wie es eigentlich gelaufen ist, war es aber schnell kein Thema mehr", erzählte Franz in Kitzbühel.

Sturz durch "Stereo-Watschn"

Der risikofreudige Rennläufer glaubt nicht, dass er in Colorado zu viel riskiert hätte. "Ich mag ja Passagen, die man mit Hirn fahren muss. Mir ist einfach der entscheidende Zentimeter abgegangen und dann habe ich von den Torstangen offenbar eine richtige Stereo-Watschn bekommen. Das ist die wahrscheinlichste Theorie, denn an den Schläfen hatte ich beidseitig schmerzende Punkte. Bis dahin war's aber ein geiler Lauf. Es ist dann einfach saublöd gelaufen", erzählte Franz.

Zurückstecken will der junge Rennläufer deshalb nicht, auch wenn ihn hin und wieder nachmittägliche Kopfschmerzen an den Sturz erinnern und er beim Timing mit den langen Abfahrts-Kurven noch mehr Probleme hat als mit jenen im Super-G. "Ich war damals in Beaver Creek richtig gut drauf, da will ich wieder hin. Ich ziehe nicht zurück, sondern fahre so wie vorher", hat sich Franz vorgenommen.

Die Streif als Training

Kitzbühel als zweiter Schritt zurück ist eine anspruchsvolle Hürde. "Aber irgendwo muss ich ja fahren und ein normales Training ersetzt nie ein Renntraining oder ein Rennen", freute sich der Youngster dennoch sehr auf die Streif. "Auch wenn du hier immer Respekt brauchst, denn sonst geht das schief."

Im vergangenen Jahr sei er bei der Kitz-Premiere noch sehr angespannt gewesen, gestand Franz. "Diesmal hat es schon beim Herfahren total gekribbelt." Im Starthaus habe er dann vergeblich auf die Nervosität gewartet. "Stattdessen habe ich mich nur gefreut, da wieder hinunterstechen zu dürfen. Aber ich muss hier runter noch enorm viel lernen. Jede Fahrt ist wichtig, damit irgendwann wieder alles von alleine geht und ich nicht mehr über alles nachdenken muss."

Dass der Sturz auch seinen "WM-Fahrplan" etwas durcheinandergebracht hat, ist Franz bewusst. Er fährt in Kitz aber nach wie vor mit guten Chancen auf zwei Speed-Startplätze in Schladming. "Ich bin ja noch jung", bereitet Franz der Kampf um die WM-Tickets keine Kopfschmerzen. "Das Wichtigste ist, dass ich wieder so fahre, wie ich gefahren bin."

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