Kitzbühel 2012 von

Die legendäre Streif ruft

Alle Augen blicken beim Abfahrtsklassiker auf das letzte "Hurra" von Didier Cuche

Kitzbühel 2012 - Die legendäre Streif ruft © Bild: GEPA/Grebien

Wenn Didier Cuche die Atmosphäre in Kitzbühel beschreibt, dann spricht er von der "verrückten Luft". Heute (11.30 Uhr, live im NEWS.AT-Ticker) wird der Schweizer diese Luft zum letzten Mal als aktiver Skirennfahrer inhalieren. Fährt der 37-Jährige auf seiner Lieblingsstrecke zum fünften Mal auf Platz eins, dann würde er Franz Klammer hinter sich lassen und "König von Kitzbühel" werden.

"Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gewinnen muss. Ich darf noch einen Sieg holen, ich darf den Rekord aufstellen. Ich werde versuchen, eine freche Linie zu fahren. Dann werde ich die Ziellinie überqueren und schauen, ob es grün aufleuchtet oder nicht", zeigte sich Cuche gelassen. Klammers Rekord würde er natürlich liebend gerne knacken. "Aber auch wenn es bei vier Siegen bleibt, werde ich weiter stolz sein. Dann werde ich mit Franz gemeinsam warten, bis einer fünf Siege hat."

Der Kopf ist frei für die Mausefalle
Zwei Tage nach seiner Rücktrittserklärung mit Saisonende scheint Cuche wie von einer Last befreit ins Rennen zu gehen. "In letzter Zeit war ich extrem hin- und hergerissen in meinem Kopf. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich nicht ganz frei war. Am Samstag werde ich befreit drauf los fahren", kündigte Cuche an.

Egal ob Promis, Experten oder Aktive, Cuche hat jeder auf der Rechnung. Aber die Schweizer haben noch einige weitere Asse im Ärmel. Vor allem Beat Feuz, der zuletzt mit dem Heimsieg in Wengen Selbstvertrauen getankt hat, und Didier Defago, den Kitz-Sieger 2009. Fraglich ist aber natürlich, ob das Wetter ein faires bzw. überhaupt ein Rennen zulässt.

Letzter ÖSV-Sieger: Walchhofer im Jahr 2006
Klaus Kröll, Mario Scheiber und Hannes Reichelt sind die großen Hoffnungsträger auf einen rot-weiß-roten Sieg. Und damit den ersten seit Michael Walchhofer 2006. Kröll, weil er in den Trainings Erster und Zweiter war. Scheiber, weil er in seinen drei Kitzbühel-Abfahrten dreimal unter die Top-Vier kam. Und Reichelt, weil er zuletzt in Wengen als Zweiter tolle Form bewies. Der Steirer Kröll ist zudem heiß auf einen Abfahrts-Sieg in Kitzbühel, jenen im Super-G hat er bereits 2009 verbucht.

Die Abfahrt findet auf stark verkürzter Strecke statt. Aufgrund des starken Schneefalls und Nebelbänken hat die Jury entschieden, dass der Start von der Einfahrt zur Alten Schneise erfolgen wird. Damit verkürzt sich die Fahrzeit auf rund 70 Sekunden. Der Beginn des Rennens ist weiterhin für 11.30 Uhr geplant.