Kirgisische Häftlinge nähten sich Münder zu: Protest gegen miese Haftbedingungen

Gefängnisse in schlechtem Zustand & Mafia-geführt Vergangenen Winter: Insassen schlitzten Bäuche auf

Aus Protest gegen die schlechten Haftbedingungen haben sich Gefängnisinsassen in Kirgistan ihre Münder zugenäht. Die drei Männer hätten zu der drastischen Maßnahme gegriffen, nachdem die Leitung des Untersuchungsgefängnisses in der Region Issij-Kul südöstlich der Hauptstadt Bischkek entschieden habe, Sessel und Sofas aus einer der Zellen zu entfernen, teilten die Behörden mit.

In der Anstalt, in der rund 100 Menschen inhaftiert sind, hatten sich bei einer Revolte im vergangenen Winter mehrere Insassen Bäuche und Adern aufgeschlitzt. Sie forderten unter anderem heißes Wasser, Bettwäsche und besseres Essen.

Die kirgisischen Gefängnisse sind in einem erbärmlichen Zustand, Korruption ist weit verbreitet. Manche Haftanstalten befinden sich vollständig unter der Kontrolle von Mafiabossen, denen es sogar gelingt, sich in der Haft mit Waffen zu versorgen.

(apa/red)