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Diese Frau
schreibt Geschichte

Kirche von England bekommt mit Libby Lane erstmals eine Bischöfin

London - Diese Frau
schreibt Geschichte © Bild: Nigel Roddis/Getty Images

Erstmals in der Geschichte der englischen Staatskirche hat eine Frau die Bischofsweihe empfangen. In einem Gottesdienst in der Kathedrale von York legten Erzbischof John Sentamu und weitere Bischöfe am Montag der 48 Jahre alten Libby Lane die Hände auf und weihten sie damit zum achten Bischof von Stockport. Ein Mann hatte kurz zuvor protestiert.

Die Kirche von England hatte Lane im Dezember in das Amt berufen, nachdem Generalsynode und Parlament nach langem Ringen den Weg für Frauen in das höchste Kirchenamt freigemacht hatten. Die Mutterkirche der anglikanischen Weltgemeinschaft ging den Schritt später als ihre Töchter etwa in den USA oder Südafrika. Acht der 38 anglikanischen Kirchenprovinzen - vor allem in Afrika und Asien - lehnen jegliche Frauenweihe nach wie vor ab, vier erlauben nur den Zugang zum Diakonat, nicht jedoch zu Priester- und Bischofsweihe.

Heftige Debatte über Frauenweihe

Die Diskussionen über die Frauenweihe waren im Anglikanismus heftiger verlaufen als in anderen protestantischen Gemeinschaften, da der Anglikanismus nach dem Selbstverständnis mancher seiner Strömungen katholische mit protestantischen Elementen verbindet. Priesterinnen dürfen Frauen in der Kirche von England seit mehr als zwei Jahrzehnten werden. Die Zulassung von Frauen zum Priestertum hatte Anfang der 1990er Jahre zu einem Übertritt Hunderter anglikanischer Kleriker und Tausender Laien zur römisch-katholischen Kirche geführt.

In allen nicht aus der Reformation stammenden christlichen Kirchen (katholische Kirche, orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Kirchen) wird die Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe nicht an Frauen gespendet. Diese Kirchen sehen die Weihe allesamt als von Jesus eingesetztes Sakrament an, was die protestantischen Kirchen nicht tun.

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