Kirche goes Pop: Die Katholische Jugend inszeniert Messen als wahre Show-Events!

NEWS: Tausende Fans in sonst leeren Gotteshäusern 23-jähriger TU-Student bringt Christen in die Kirchen

Kirche goes Pop: Die Katholische Jugend inszeniert Messen als wahre Show-Events!

"Wie bei einem Rockkonzert", flüstert eine aufgeregte Jungkatholikin kichernd ihrem Nachbarn zu. Besser könnte man die Stimmung zur 60-Jahr-Feier der Katholischen Jugend Österreichs wohl nicht beschreiben. 2.500 Gläubige sind da, als die Band im Lichtkegel unzähliger Scheinwerfer den Takt einschlägt. Überraschend weltliche Klänge folgen: Eine modernisierte Version des "Vaterunsers" wird mit schnellem Rock-Beat unterlegt, der Text auf drei Riesenleinwände übertragen.

God is a DJ. "Bei uns gibt es eben keine verstaubten Liederbücher, aus denen man ,Ins Wasser fällt ein Stein' runterleiert", erklärt der 23-jährige Stephan Bazalka. Der ehemalige Jungscharleiter ist der Koordinator der Pop-Gottesdienstreihe mit dem bezeichnenden Namen "Find*Fight*Follow" (www.findfightfollow.at). "Die katholische Kirche wird heute von den meisten Jugendlichen nur noch als Altherrenverein wahrgenommen, der pausenlos Verbote ausspricht. Wir bringen dagegen eine positive Message rüber, denn: Christ wirst du durch eine lebendige Beziehung mit deinem Gott - und du kannst auch ein guter Christ sein, wenn du nicht in allen Fragen mit der Kirche übereinstimmst", so Bazalka

"Geist ist geil."
Im Gegensatz zum US-amerikanischen Trend ist die Katholische Jugend Österreichs im Jahr ihres 60. Geburtstages eben keine bemühte Gruppe erzkonservativer "Wir warten auf die Ehe"-Demonstranten, sondern zeigt sich weltoffener denn je. Versteht sich selbst sogar als "Stachel im Fleisch einer selbstzufriedenen Gesellschaft".

Und nimmt sich erfrischenderweise nur selten ein Blatt vor den Mund. "In Österreich gibt es so viele kompetente Frauen. Wir müssen ihnen einen angemessenen Platz in der Kirche geben!", fordert eine junge Vertreterin der Diözese Linz im Vorprogramm des Pop-Gottesdienstes in der Wiener Jugendkirche - und erntet Applaus, bevor Jugendbischof Franz Lackner im Dunst einer Nebelmaschine die zwölf Meter breite Bühne betritt. Er widerspricht seiner Vorrednerin nicht, denn längst haben auch die katholischen Häuptlinge Österreichs begriffen, welche Begeisterung von den jugendgerechten Event-Gottesdiensten ausgehen kann. Auch wenn sie mitunter im Zeichen provokativer Slogans à la "Geist ist geil" oder "Macht:Liebe" stehen und via Flyer werbewirksam angekündigt werden.

Mit Fotos der spektakulären Kirchenfeiern besuchen Mitglieder der Katholischen Jugend nun regelmäßig Schulen, um Teenies den Kirchenbesuch schmackhaft zu machen. Anfänglich skeptisch, geraten viele Schüler nach Vorführung eines Videofilms ob der technisch inszenierten Showmesse dann doch ins Staunen. So mancher fragt sogar nach dem Ticketpreis. Darauf kann Stephan Bazalka guten Gewissens antworten: "In die Kirche dürft ihr immer gratis ..."

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