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Bischof Schwarz - Jagdeinladungen
für Kärntner Kirche "offen"

Kirche - Bischof Schwarz - Jagdeinladungen
für Kärntner Kirche "offen" © Bild: APA/HANS PUNZ

Aussagen, das Thema Jagdeinladungen durch Bischof Alois Schwarz sei "offen" und "Sache der Staatsanwaltschaft" ließen aufhorchen.

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Die Kärntner römisch-katholische Kirche hat am Montag mit Aussagen, das Thema Jagdeinladungen durch Bischof Alois Schwarz sei "offen" und "Sache der Staatsanwaltschaft" aufhorchen lassen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), welche andere Ermittlungen gegen Schwarz führt, bekräftigte auf APA-Anfrage, dass es zum Thema Jagdeinladungen kein Verfahren gebe.

Passend dazu: Das Jagd-Netzwerk des Bischofs

"Es wurde nur das Verfahren zu zwei Einladungen und gegen zwei Personen eingestellt, alles andere ist Sache der Staatsanwaltschaft und offen", sagte Burkhard Kronawetter, der Leiter der Rechtsabteilung der Diözese, bei einer Pressekonferenz am Montag im Klagenfurter Bischofshaus. Es sei ein "laufendes Verfahren".

Halbe Million Euro entgangene Einnahmen

Mehr als 250 Jagdeinladungen habe es unter Bischof Alois Schwarz in Kärnten gegeben, sagte Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht. Hätte man diese Abschüsse verkauft, hätten sie 40.000 bis 50.000 Euro an Einnahmen pro Jahr gebracht. Dem Bistum Gurk sei durch die vielen Einladungen über die Jahre ein Schaden von einer halben Million Euro entstanden. "Mit Privatvermögen kann man machen, was man will, es verschenken oder verschleudern. Mit kirchlichem Vermögen kann man nicht so umgehen", sagte Ordinariatskanzler Jakob Ibounig.

© APA/GERT EGGENBERGER (v.l.) Bistumsökonom Gerhard Christoph Kalidz, Domprobst Engelbert Guggenberger und Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht im Rahmen einer PK mit dem Titel "Präsentation der Rechnungsabschlüsse 2018 von Diözese Gurk, Bistum (Bischöfliches Mensalgut) und Domkapitel" in Klagenfurt am Montag, 8. Juli 2019.

Regressforderungen an Bischof Schwarz durch die Kärntner Kirche wurden mittlerweile gestellt. In welcher Höhe, auf welcher Basis und wie sich der Bischof dazu verhält, will man vorerst nicht sagen.

WKStA-Sprecherin Silvia Thaller sagte auf APA-Anfrage, dass die Behörde im Zusammenhang mit Jagdeinladungen vom Einleiten eines Ermittlungsverfahrens abgesehen habe. Wenn neue Anzeigen eingingen, wären diese zu prüfen. Vonseiten der WKStA seien bisher zwei Vorhabenberichte, bei denen Schwarz unter den Beschuldigten ist, an die Oberbehörden gegangen. Einer betrifft den Vorwurf der Untreue, im zweiten geht es um schweren Betrug und allfällige andere strafbare Handlungen. Dazu kommt noch ein offenes Finanzstrafverfahren, in dem die WKStA den Verdacht der Abgabenhinterziehung prüft.

Schwarz, seit einem Jahr Bischof von St. Pölten, hat die Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen. In einem Interview vergangene Woche in "Kirche bunt", der St. Pöltener Kirchenzeitung, sagte er: "Ich vertraue auf die Arbeit der römischen Bischofskongregation und die Rechtsstaatlichkeit und Redlichkeit unserer österreichischen Behörden." Darüber hinaus wolle er "über die Medien" niemandem etwas ausrichten oder Stellungnahmen abgeben.

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