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Die Kinohighlights 2015:
Bond, Brenner und Star Wars

Zum Auftakt gibt es Oscar-Kandidaten, die großen Knaller kommen gegen Jahresende

bond und brenner © Bild: Luna Film/APA

"The Interview" sorgte bereits vor Jahresanfang für Aufregung. Die Nordkorea-Satire wurde zuerst wegen Terrordrohungen gestoppt, startet nun aber doch im Kino. Mit dem 24. Bond-Abenteuer, einem neuen "Star Wars"-Film und dem Ende der "Panem"-Reihe warten für 2015 aber auch unabhängig davon große Kaliber.

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Die großen Spektakel kommen meist am Ende des Jahres ins Kino, während zu Beginn die Oscar-Kandidaten ihre Aufwartung machen dürfen: Am 1. Jänner ist bereits die Whistleblower-Doku "Citizenfour" über Edward Snowden gestartet, am 23. Jänner kommt der Codeknacker-Thriller "The Imitation Game" mit Benedict Cumberbatch sowie "Höhere Gewalt" von Ruben Östlund, am 30. Jänner die Tragikomödie "Birdman" mit Michael Keaton und am 5. Februar das Wrestling-Drama "Foxcatcher" mit Steve Carrell.

Sehenswertes aus Österreich

Keine Chancen auf einen Oscar haben die österreichischen Filme, die zu jener Zeit starten, aber sehenswert sind sie allemal: Mit dem Horrorfilm "Ich seh Ich seh" (9. Jänner) gelang Veronika Franz und Severin Fiala Genrekino vom Feinsten, in Michael Sturmingers "Casanova Variations" (23. Jänner) gibt John Malkovich den alt gewordenen Frauenheld, mit "Gruber geht" (5. Februar) verfilmte Marie Kreutzer den Erfolgsroman von Doris Knecht - und dann kommt schon der Brenner.

Neuer Brenner

"Das ewige Leben" ist die vierte Wolf-Haas-Verfilmung mit Josef Hader als Detektiv Brenner - und nach dem Erfolg der Vorgänger zu schließen, dürfte der Film ab 5. März die Kinokassen ordentlich klingeln lassen. Letztlich waren die Brenner-Filme nicht nur herausragende Krimikost, sondern gehorchen auch dem Gesetz der Serie, das Hollywood schon vor langer Zeit als Erfolgsrezept für sich entdeckte. An dieser Markenstrategie wird sich auch 2015 nichts ändern.

Dinos und Terminator

Mit "Jurassic World" (11. Juni) wartet der vierte Teil der Dinosaurierparksaga, von "Paranormal Activity" (12. März) und "Terminator" (9. Juli) - letzterer mit Arnold Schwarzenegger - kommen jeweils die fünften Teile ins Kino (ebenso wie beim auch in Wien gedrehten "Mission Impossible"-Sequel, das Anfang Jänner 2016 startet), und "Fast & Furious" (2. April) sowie "Star Wars" (17. Dezember) liegen (ohne Spin-offs) sogar schon bei Teil sieben.

Diese Reihe könnte endlos fortgeführt werden: "Taken 3" (8. Jänner), "Ted 2", "Magic Mike XXL", "SpongeBob Schwammkopf 2", "Kung Fu Panda 3" - Originalität scheint in Hollywood nicht das Gebot der Stunde zu sein. Dass die "Avengers" am 30. April wieder kommen und die "Mad Max"-Reihe am 15. Mai nach 30 Jahren fortgesetzt wird, passt ins Bild; ebenso wie die deutschen Pendants mit "Fünf Freunde 4" (30. Jänner) oder "Fack ju Göhte 2" (11. September).

Freudige Alternativen zu Massen-Sequels

Letztlich muss aber auch nicht zu schwarz gemalt werden, denn Alternativen gibt es dennoch - und teils auch mit Österreich-Bezügen: In Tim Burtons "Big Eyes" (24. April) spielt Oscar-Preisträger Christoph Waltz den Maler Walter Keane und könnte sich dafür bereits am 11. Jänner erneut einen Golden Globe holen, für April (zumindest in den USA) ist auch der Klimt-Restitutionsfilm "Woman in Gold" mit Helen Mirren als Maria Altmann angesetzt. Und schon im Februar kommen neue Filme von Michael Mann ("Blackhat"), Paul Thomas Anderson ("Inherent Vice") und Clint Eastwood ("Der Scharfschütze").

Fantasy, Abenteuer und Kinder

Starpower versprechen auch einige weitere programmierte Hits: etwa das Kindermusical "Annie" (16. Jänner) mit Cameron Diaz und Jamie Foxx, die Fantasyfilme "Into the Woods" (19. Februar) mit Meryl Streep und "The Seventh Son" (12. März) mit Julianne Moore, das Märchen "Cinderella" (12. März) mit Cate Blanchett, die Sci-Fi-Filme "Chappie" (6. März) mit Hugh Jackman und "Tomorrowland" (28. Mai) mit George Clooney sowie der Abenteuerfilm "Everest" (17. September) mit Jake Gyllenhaal und Josh Brolin.

Wenig Aufregendes im Komödienbereich

Im Komödienbereich ist 2015 abgesehen von "Das Interview" keine große Aufregung zu erwarten. Der Action-Klamauk "Kingsman: The Secret Service" (27. Februar) versammelt Michael Caine, Colin Firth und Samuel L. Jackson, Matthias Schweighöfer wird zu "Der Nanny" (27. März), Will Ferrell greift in "Get Hard" (24. April) rassistische Klischees auf, Judd Apatow hat für "Train Wreck" (27. August) Daniel Radcliffe besetzt, und in "The Intern" (25. September) stehen Robert De Niro und Anne Hathaway vor der Kamera.

Schönes Jahr für Animationsfans

Dafür könnten Animationsfans 2015 auf ihre Kosten kommen: Den Auftakt macht "Asterix - Im Land der Götter" (27. Februar), am 20. März folgt die Kinoadaption von "Shaun das Schaf", am 2. Juli treten die "Minions" in Aktion, bevor Pixar mit "Inside Out" (1. Oktober) die Emotionen eines Mädchens in Figuren verpackt. Die Klassiker "Der kleine Prinz" und "Die Peanuts" kommen am 16. Oktober bzw. 4. Dezember - einzig das Remake des "Dschungelbuch" wird am 12. November als Realfilm auftauchen.

Das Beste kommt zum Schluss

Bleiben am Ende noch jene Filme, die imstande sind, einen veritablen Hype auszulösen: Dazu zählen mit Sicherheit die Bestsellerverfilmung "Fifty Shades of Grey" (12. Februar) und der 24. Bond-Film "Spectre" (6. November), der teils auch in Österreich gedreht wird. Die größten Erwartungen hat aber wohl "Mockingjay, Teil 2" (20. November), der Abschluss der "Tribute von Panem"-Reihe, zu erfüllen. Wenn dann im Dezember die Macht erwacht, wird das Feld ohnehin den "Star Wars"-Jüngern überlassen werden müssen.

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