"Kingdom Come": Jay-Z ist zu jung für die Pension und meldet sich im Musikbiz zurück!

Neues Album besticht durch pure Freude am HipHop

"Kingdom Come": Jay-Z ist zu jung für die Pension und meldet sich im Musikbiz zurück!

Genau drei Jahre ist es her, dass Jay-Z im New Yorker Madison Square Garden mit großem Pomp seine Abschiedsparty vom HipHop zelebrierte. "Yeah, zwei Jahre habe ich wirklich gedacht, der Ausstieg sei endgültig", sagt er in einem von seiner Plattenfirma Def Jam verbreiteten Interview. "Ich glaubte das. Aber dann hatte die Leidenschaft andere Pläne für mich." Mit "Kingdom Come" meldet er sich nun aber zurück im Musikzirkus.

Am 4. Dezember wurde Jay-Z aka Shawn Carter, S Dot, Jazzy, Jigga, Jiggaman, Jay, Jay-Hova, Hova, Young Hova, Young, Young Vito, Hov, Hovito, International Hov, International, Iceberg Slim, Lucky Lefty, El Presidente 37 Jahre alt. Seit Jahren ist er mit HipHop-Diva Beyonce Knowles liiert, vom US-Nachrichtenmagazin "Time" wurden die beiden als "Power-Paar" in einer Liste der 100 einflussreichsten Personen geführt. Neben Gerüchten über eine baldige Heirat kursieren auch solche über eine "mehr als geschäftsmäßige Beziehung" mit dem neuen R&B-Star Rihanna. Wie dem auch sei: Auf Jay-Z neuer Platte singt Beyonce bei dem Song "Hollywood" mit.

Für sein tägliches Auskommen hätte Jay-Z keine Musik mehr machen müssen. Als Label-Chef und Geschäftsmann - er kreierte die erfolgreichste Schuhserie des US-Herstellers Reebok und verdient auch mit der Mode-Linie Rocawear gutes Geld - ist er finanziell abgesichert. Im Interview nennt er dann auch andere Gründe für "Kingdom Come", ein (wieder einmal) perfekt inszeniertes HipHop-Statement mit der für ihn typischen Leichtigkeit, den Fluss (Flow) des Sprechgesangs mit dem Pop-Mainstream zu verknüpfen.

Jay-Z ist zurück, weil er Lust auf Musik hatte - und bei den Rap-Kollegen künstlerische Qualität vermisst. "Ich denke, es gibt eine Menge Musik von Leuten, die keine Künstler sind", sagt er. "Man muss sich (als Fan) emotional mit einem Künstler verbinden können, um seine Laufbahn zu verfolgen." Zudem entstehe die entscheidende Bindung zwischen Musiker und Fan über Alben, nicht nur über einzelne Lieder. Der Fan müsse einen Bezug zur Persönlichkeit des Künstlers haben. Diese bleibe aber oft verborgen. "Ich denke einfach, es fehlt einigen Superstars an Persönlichkeit, es fehlt an Leuten, die wirkliche Emotionen und Gefühle in ihren Songs haben."

Nun ist Jay-Z wieder da - und mit "Kingdom Come" füllt er durchaus die von ihm festgestellte Lücke aus. HipHop ist für ihn trotz aller kommerziellen Verwerfungen noch immer die "treibende Kraft für Jugendkultur".

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(apa)