Fakten von

Unerfüllter Babywunsch

Was die häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit sind und wo Sie Hilfe finden

Eine Frau macht einen Schwangerschaftstest. © Bild: Istockphoto.com/GlobalStock

Die Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch können sehr vielfältig sein. Unerfüllter Kinderwunsch ist ein Problem, das beide Partner in gleichem Ausmaß betrifft. Andreas Obruca, Leiter des Kinderwunschzentrums Goldenes Kreuz, erklärt was die häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit sind und wie sich Paare dennoch den Kinderwunsch erfüllen können.

1. Was sind die häufigsten Ursachen der Unfruchtbarkeit?

Die Ursachen dafür verteilen sich zu 52,6 Prozent * auf den Mann und zu 16,6 Prozent * auf die Frau. Bei 30,8 Prozent * der betroffenen Paare kann es jedoch auch an beiden Partnern liegen. In manchen Fällen lässt sich leider keine erkennbare Ursache finden. Dann spricht man von unerklärlicher Kinderlosigkeit oder “idiopathischer Sterilität”.

*Daten basierend auf dem IVF-Fonds Jahresbericht 2014.

Zu Beginn der Behandlung stehen wenige wichtige Untersuchungen. Sie helfen mögliche Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch festzustellen. Aus diesem Grund ist es auch notwendig, dass beide Partner untersucht werden, um eine korrekte Diagnostik und Therapieplanung zu ermöglichen. Die Gründe, warum es mit dem Kinderwunsch nicht klappt, können sehr vielfältig sein:

Weibliche Indikation:
• Verschluss oder Schädigung der Eileiter
• Endometriose
• Polyzystisches Ovarsyndrom
• Störungen der Schilddrüse
• Diabetes Mellitus
• Tumorerkrankungen und/oder Chemotherapie

Männliche Indikation:
• Eingeschränkter Samenbefund
• Tumorerkrankungen und/oder Chemotherapie

Lifestyle Faktoren , die beide Partner betreffen und die Fruchtbarkeit beeinflussen:
• Unter- oder Übergewicht
• Genussgifte wie Zigaretten, Alkohol oder Kaffee
• Missbrauch von Drogen bzw. Medikamenten
• Pestizide und andere Umweltgifte
• Stress

2. Welche sind die gängigsten Methoden künstlicher Befruchtung – also die am häufigsten durchgeführt werden?

Unter In-vitro Fertilisation (IVF) versteht man die Befruchtung außerhalb des Körpers. Der Patientin werden Hormone zugeführt, damit eine größere Zahl an Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken zu wachsen beginnt. In diesen Eibläschen reifen dann die Eizellen heran. Nach der Follikelpunktion werden schließlich die Eizellen aus den Follikeln entnommen und im Labor mit den Samenzellen des Partners zusammengeführt. Die Befruchtung erfolgt daraufhin außerhalb des Körpers. Nachdem die mittlerweile mehrzelligen Embryonen herangewachsen sind, werden diese (meist 1, seltener 2) beim Embryotransfer in die Gebärmutter der Frau zurück übertragen, wo sie sich weiter entwickeln.

Man unterscheidet dabei in:

• die konventionelle IVF
Samenzellen und Eizelle werden im Reagenzglas zusammengeführt und die Befruchtung findet, wie bei einer Spontanschwangerschaft, von selbst statt

• die ICSI, eine spezielle Befruchtungsmethode im Zuge einer IVF
In vielen Fällen sind zu wenige Samenzellen vorhanden, die sich kaum oder gar nicht bewegen und sehr häufig Formabweichungen zeigen. In diesen Fällen empfiehlt sich die sogenannte „ICSI-Technik“. Hier wird mit einer kleinen Injektionsnadel eine einzelne Samenzelle aufgesaugt und direkt in eine Eizelle eingebracht. So besteht die Möglichkeit auch bei einem sehr schlechten Samenbefund noch eine Befruchtung zu erzielen. Bei Azoospermie besteht die Möglichkeit der operativen Samengewinnung. Mindestanforderung ist eine lebende bewegliche Samenzelle pro Eizelle.

Ein Video zu einer ICSI-Befruchtung:

3. Wie viel Versuche sind durchschnittlich notwendig für eine erfolgreiche Befruchtung?

Die Schwangerschaftrate beträgt im Durchschnitt circa 45 Prozent, ist aber von vielen Faktoren abhängig (Alter, Indikation, Qualität der Eizellen/Embryonen etc.). Im Schnitt kann man nach einer Anzahl von drei IVF-Versuchen mit einer Schwangerschaftsrate von 80 Prozent rechnen.

4. Wie häufig kommt die Eizellspende zur Anwendung?

Unserem Wissen nach wird die Eizellspende in Österreich weiterhin kaum angewandt. Vom ursprünglich fortschrittlichen Entwurf ist kaum etwas übrig geblieben: Das Vermittlungsverbot, also die Beschränkung der Eizellspende auf die Bekannten- und Verwandtenspende, hat den Kreis jener Paare, die eine solche in Anspruch nehmen können, bereits massiv reduziert.“Zusätzlich wurde auch eine Beschränkung der Aufwandsentschädigung auf Barauslagen reduziert. Somit wurden die Bedingungen so eng gefasst, dass das Gesetz in der Praxis nicht angewandt wird. Angesichts der großen Diskussion, das Gesetz wäre ein Dammbruch, zeigen wir uns für die Patientinnen verärgert: Die Betroffenen wurden mit der Novelle gefoppt. Der Gesetzgeber hat vor allem die Eizellspende zwar offiziell erlaubt, de facto hat sich nichts geändert. Es wäre konsequenter gewesen, zum Verbot zu stehen.

Die Eizellspende ist in Österreich ist entweder im Bekanntenkreis möglich (kommt aber für die wenigsten Paar in Frage) oder wird mit „semilegalen“ Mitteln angeboten (Eizellen aus dem Ausland importiert etc.). Wir bieten die Eizellspende unseren Patientinnen weiterhin in unserem Tochterinstitut in Bratislava, Slowakei. Dort führen wir im Jahr durchschnittlich 100 Eizellspenden durch.

5. Wie stehen Sie dem Thema Leihmutterschaft? Sind sie dafür oder dagegen?

Im Unterschied zur Eizellspende handelt es sich bei der Leihmutterschaft um eine viel komplexere Behandlungsmethode.
Die Tatsache, dass zumindest in Europa die Frau juristisch als Mutter gilt, die das Kind austrägt führt dazu, dass die Leihmutter das Kind zur Adoption freigeben muß, und die genetische Mutter ihr Kind uU adoptieren muss.
Probleme bei Mehrlingen, behinderten Kindern, nicht Freigabe des Kindes etc. können zu einer katasrophalen Situation für alle Betroffenen führen – insbesonders auch für die Kinder. Deshalb stehe ich sehr skeptisch zum Thema Leihmutter. Auch von medizinischer Seite ist die Leihmutterschaft eine Methode die in den wenigsten Fällen wirklich benötigt wird. (Verlust der Gebärmutter nach Krebs, inoperable Missbildung der Gebärmutter etc.) Erfolglose IVF-Behandlung ist keine Indikaiton, da die Hauptursache eine (meist genetische) Störung der Eizelle ist.

Warum sich immer mehr Paare den Kinderwunsch mittels Leihmütter erfüllen, lesen Sie im aktuellen News in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

Wo man Hilfe finden kann: Das Bundesministerium für Gesundheit informiert über Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung bei einem unerfülltem Kinderwunsch. In folgenden Krankenanstalten werden Kinderwunschbehandlungen unter Kostenbeteiligung des IVF-Fonds durchgeführt.

Wien
• Allgemeines Krankenhaus
der Stadt Wien (Ö)
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
www.meduniwien.ac.at/gynendo
• Krankenhaus Hietzing mit
Neurologischem Zentrum Rosenhügel (Ö)
Wolkersbergenstraße 1
1130 Wien
www.wienkav.at/kav.khr/
• Wunschbabyzentrum (P)
Institut für Kinderwunsch
Lainzer Straße 6
1130 Wien
www.wunschbaby.at
• KinderWunschKlinik Wien (P)
Dr. Loimer Ges.m.b.H.
Hadikgasse 82
1140 Wien
www.kinderwunschklinik.at
• Privatspital Goldenes Kreuz (P)
Lazarettgasse 16
1090 Wien
www.kinderwunschzentrum.at
• Gynandron (P)
Dr. Freude Ges.m.b.H.
Institut für Fortpflanzungsmedizin
und Endokrinologie
Niederhofstraße 30/2
1120 Wien
www.sterilitaet.at
• Fertilitätszentrum Döbling (P)
Heiligenstädter Straße 55-63
1190 Wien
www.unserkinderwunsch.at

Niederösterreich
• Zentralklinikum der
Landeshauptstadt St. Pölten (Ö)
Propst-Führer-Straße 4
3100 St. Pölten
www.kinderwunschambulanz.at
• Tiny Feet Kinderwunschklinik –
Dr. Rathmanner (P)
Ferdinand-Porsche-Ring 8
2700 Wiener Neustadt
www.tinyfeet.at

Kärnten
• Kinderwunschklinik und
Institut für IVF (P)
Prof. Szalay
Parkweg 1
9201 Krumpendorf
www.szalay.at
• STERIGNOST Institut für
Kinderwunschbehandlung (P)
Linsengasse 46
9020 Klagenfurt
www.sterignost.at

Steiermark
• Geburtshilflich-gynäkologische
Universitätsklinik (Ö)
Auenbruggerplatz 14
8036 Graz
www.meduni-graz.at/gynaekologie
• Kinderwunschinstitut Schenk GmbH (P)
Am Sendergrund 11
8143 Dobl
www.kinderwunsch-institut.at
• Institut für In-vitro-Fertilisation
und Endokrinologie (P)
Rechbauerstraße 49
8010 Graz
www.ivf-steiner.at
• Institut für Hormonstörungen
und Kinderwunsch (P)
Kaiser-Franz-Josef-Kai 46
8010 Graz
www.ivf-institut.at

Salzburg
• Landeskrankenhaus Salzburg (Ö)
Abteilung für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
Müllner Hauptstraße 48
5020 Salzburg
www.salk.at/Kinderwunsch.html
• Babywunschklinik Dr. Zajc GmbH (P)
Ludwig-Bieringer-Platz 1
5071 Wals-Himmelreich
www.babywunsch-klinik.at
• IVF-Zentren Prof. Zech – Salzburg (P)
Innsbrucker Bundesstraße 35
5020 Salzburg
www.kinderwunsch-salzburg.at

Oberösterreich
• Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz (Ö)
Krankenhausstraße 26-30
4020 Linz
www.kinderwunsch-linz.at
• KinderWunschKlinik Wels (P)
Dr. Loimer Ges.m.b.H
Traunufer-Arkade 1
4600 Thalheim bei Wels
www.kinderwunschklinik.at
• IVF- und Kinderwunschinstitut
Prof. Dr. Gernot Tews GmbH (P)
Salzburger Straße 65
4600 Wels
www.kinderwunsch-tews.at

Burgenland
• A.ö. Krankenhaus Oberpullendorf (Ö)
Spitalstraße 32
7350 Oberpullendorf
www.krages.at

Tirol
• Universitätsklinik für
gynäkologische Endokrinologie
und Reproduktionsmedizin (Ö)
Anichstraße 35
6020 Innsbruck
www.kinderwunsch-zentrum.at
• Private Kinderwunsch-Clinic (P)
Dr. Josef und Sonja Zech
Grabenweg 64
6020 Innsbruck
www.kinderwunsch.at
• WOMED-Therapiezentrum
Kinderwunsch (P)
Karl-Kapferer-Straße 5
6020 Innsbruck
www.womed.at

Vorarlberg
• Kinderwunschzentrum Feldkirch (Ö)
Carinagasse 47
6807 Feldkirch
www.khbg.at/feldkirch/
kinderwunschzentrum

• IVF-Zentren Prof. Zech –
Bregenz GmbH (P)
Römerstraße 2
6900 Bregenz
www.ivf.at

Kommentare