Kindersitz-Test von

Vier Sitze versagen

Kein "Sehr gut", dafür dieses Mal vier "Nicht genügend" im Kindersitz-Test

Kindersitz-Test - Vier Sitze versagen © Bild: Öamtc

Das Ergebnis des Kindersitz-Test des ÖAMTC ist erschreckend: So wie bei der letzten Bewertung konnte kein einziges Produkt die Bestnote "sehr gut" erreichen, dafür sind gleich vier Sitze durchgefallen. Zwölf Produkte bekamen immerhin noch ein "gut", ein "befriedigend" wurde sechsmal vergeben, so ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Beim Frontalaufprall haben sich die Ergebnisse früherer Tests bestätigt: Bei allen sechs der in dieser Kategorie mit "sehr gut" beurteilten Sitze wird das Kind mit dem Rücken zur Fahrtrichtung transportiert. "Bei dieser Transportart findet beim Aufprall nahezu keine Relativbewegung zwischen Kopf und Oberkörper statt, weil der Kindersitz den gesamten Körper des Kindes abstützt. Die Belastungen sowohl für Kopf als auch für Nacken sind somit besonders gering", meinte Kerbl.

Mängelliste
Erhebliche Mängel beim Frontalaufprall wies der Peg Perego Viaggio Convertibile auf. Die verrutschende Fixierung der Höhenverstellung des Hosenträgergurtes hat schlimme Folgen: Der Dummy fiel zunächst ungebremst nach vorne, um Augenblicke später schlagartig vom Beingurt zurückgehalten zu werden. "Massive Verletzungen können drohen", mahnte der ÖAMTC-Techniker.

Auch der Kiddy Guardianfix Pro fiel beim Sicherheitstest durch. Wird dieser nämlich nicht mit der optionalen Isofixhalterung montiert, rotiert der gesamte Sitz beim Aufprall aus dem Sicherheitsgurt und kommt später ungesichert im Fahrzeuginneren zu liegen. Mit Isofixhalterung montiert, tritt dieses Problem allerdings nicht auf.

Isofix-Befestigungssysteme
Eine positive Entwicklung ist die weite Verbreitung des Isofix-Befestigungssystems. Laut ÖAMTC sind bereits rund 90 Prozent der Neufahrzeuge serienmäßig damit ausgestattet. Auch der dritte Befestigungspunkt für den "Top Tether Gurt" ist mittlerweile bei nahezu zwei Drittel der neuen Fahrzeuge vorhanden. 15 der getesteten Modelle können zusätzlich oder ausschließlich via Isofix im Fahrzeug montiert werden. "Durch Isofix wird sowohl die Gefahr von Fehleinbauten, als auch das Verletzungsrisiko der Kinder reduziert", so der ÖAMTC-Techniker.

Der Trend zu Isofix und Top Tether könnte sich noch weiter verstärken, denn ab November 2012 sind diese beiden Befestigungsmöglichkeiten obligatorisch für alle in der EU neu genehmigten Fahrzeugmodelle. Ab November 2014 müssen schließlich alle Neufahrzeuge, die in den Handel kommen damit ausgestattet sein.

Prüfung auf Schadstoffe
Bei der Prüfung auf Schadstoffe erhielten 16 der getesteten Sitze die Bestnote. "Keines der getesteten Produkte ist so hoch belastet, dass es mit 'nicht genügend' bewertet werden musste", meinte der ÖAMTC-Experte. Erfreulich ist das Ergebnis des Modells Maxi Cosi RodiFix. Der Vorgänger dieses Sitzes wurde im Vorjahr wegen stark erhöhter Phthalat-Gehalte mit "nicht genügend" bewertet. Der Hersteller hat laut dem Club reagiert und das Produkt bezüglich der Schadstoffbelastung deutlich verbessert.

Weiterführender Link:
ÖAMTC-Kindersitztest