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Die vergessenen Kinder

Zeit, für deren Gesundheitsversorgung einzutreten: Die wichtigsten Forderungen

Kind Arzt © Bild: Thinkstock

Ausgerechnet für die kleinsten Patienten fehlen Fachärzte, Reha-Plätze und Psychiater. In NEWS fordern Mediziner daher zusätzliche Kassenstellen, höhere Gehälter und mehr Zeit für Beratungsgespräche.

Viele glauben, ein Kinderarzt streichelt nur seine kleinen Patienten“, ärgert sich Arnold Pollak, Leiter der Kinderklinik am Wiener AKH. "Dabei betreuen wir oft schwerkranke Fälle.“ Zwar ist die medizinische Akutversorgung von Kindern in Österreich sehr gut, dennoch gibt es großen Aufholbedarf. Der Kinderarzt Peter Voitl weiß, warum: "Kinder haben keine Lobby.“ Daher werde seinem Fach schlicht zu wenig Beachtung geschenkt. Zeit also, für die Gesundheitsversorgung der Kinder offensiv einzutreten. NEWS wollte von Experten wissen, welche Forderungen am dringendsten sind:

Den Beruf des Kinderarztes finanziell attraktiver machen

In Österreich droht akuter Mangel an Kinderärzten. "Es gibt bereits etliche Ordinationen, für die kein Nachfolger mehr gefunden wird“, so Kinderarzt Peter Voitl. Der Grund: Ein Pädiater mit Kassenvertrag erhält pro Patient gerade einmal einen Pauschalbetrag von 58 Euro. Und das für drei Monate - egal wie oft er konsultiert wird. "Dazu kommt, dass wir keine privaten Zusatzleistungen anbieten können, wie zum Beispiel ein Augenarzt, der noch Kontaktlinsen verkaufen kann“, sagt Voitl. Herbert Kurz, Leiter der Kinder- und Jugendabteilung am SMZ-Ost kennt das Problem: "Wir suchen seit Monaten zwei Fachärzte für die Abteilung. Eine Stelle haben wir mittlerweile schon besetzt, für die zweite konnten wir leider bisher niemanden finden.“

Mehr Zeit für Beratungsgespräche Mit Eltern schaffen

Kinderärzte haben viel zu wenig Zeit für ausführliche Beratungsgespräche. Dabei wäre gerade das sehr wichtig. "Derzeit nehmen etwa Ernährungsprobleme massiv zu. Immer mehr Kinder sind übergewichtig“, konstatiert Kinderarzt Peter Voitl. Hier wäre es seiner Meinung nach wichtig, diese ausführlichen Gespräche auch entsprechend zu entlohnen.

Zusätzliche Rehabzentren für Kinder errichten

Laut Ärztekammer würden bis zu 6.000 Kinder jährlich eine Rehabilitation nach Unfällen oder schweren Operationen benötigen. Dafür bräuchte man österreichweit 350 bis 450 Betten. Doch es gibt nur 52.


Die übrigen Forderungen finden Sie im aktuellen NEWS in Ihrem Zeitschriftenhandel oder als E-Paper-Version.

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