Kinder bremsen die Karrieren der Frauen:
Häufig fehlen die Kinderbetreuungsplätze

Österreicherinnen stehen zu familiärer Verfpflichtung Vor allem in Südeuropa bleiben Frauen oft daheim

Kinder bremsen die Karrieren der Frauen:
Häufig fehlen die Kinderbetreuungsplätze

Kinder sind für Österreicherinnen anscheinend immer noch die größte Karrierebremse. Laut einer jüngsten Eurostat-Statistik aus dem Jahr 2006 liegt die Nichterwerbsquote der 25-54-jährigen Frauen hierzulande mit 19,1 Prozent zwar unter dem EU-Schnitt von 23,6 Prozent. Überdurchschnittlich viele Frauen - 12,8 Prozent - bleiben aber in dieser Altersgruppe in Österreich wegen familiärer Verpflichtungen zu Hause. Zum Vergleich: im EU-Durchschnitt sind das nur 10,2 Prozent.

Am wenigsten werden Frauen in ihrem beruflichen Fortkommen durch die Familie in den skandinavischen Ländern beeinträchtigt. Einerseits sind die weiblichen Nichterwerbsquoten etwa in Schweden (13,7 Prozent) oder in Dänemark (14,6 Prozent) mitunter die niedrigsten. Gleichzeitig gibt auch ein äußerst geringer Anteil der Frauen dort an, wegen der Familie zu Hause geblieben zu sein. (Schweden 2,1 Prozent, Dänemark 2,3 Prozent). Am niedrigsten ist mit 13 Prozent die Quote der nichterwerbstätigen Frauen in Slowenien.

Südeuropa
Besonders schwierig ist die Vereinbarkeit von Beruf und Kindern offenbar in den meisten südeuropäischen Ländern. So sind Malta (58,9 Prozent), Italien (35,7 Prozent) und Griechenland (30,9 Prozent) die Spitzenreiter, was nichterwerbstätige Frauen betrifft. Auch der Prozentsatz jener, die wegen ihrer Familie dem Arbeitsmarkt ferngeblieben sind, ist überdurchschnittlich hoch. In Malta sind das ganze 45,9 Prozent, in Italien 15,2 Prozent und in Griechenland 18,8 Prozent.

Fehlende Kinderbetreuungsplätze
Dass überdurchschnittlich viele Frauen hierzulande wegen der Familie keinem Beruf nachgehen, ist nach Ansicht der Arbeiterkammer in den "fehlenden Kinderbetreuungsplätze" begründet. Die Leiterin der AK-Frauenabteilung, Ingrid Moritz, fühlt sich durch die Zahlen bestätigt. Schließlich hätten mit Schweden und Dänemark jene Länder besser abgeschnitten, die eine besonders gute Kinderbetreuung haben, so Moritz gegenüber der APA. Der von der österreichischen Regierung geplante Ausbau der Kinderbetreuung um 8.000 Plätze pro Jahr sei einer erster wichtiger Schritt, mit Blick auf die neuen, kürzeren Kindergeldbezugsmodelle werde das aber nicht ausreichen, so Moritz.
(apa/red)