Kim Jong Il bleibt der große Obermotz:
Ein Diktator lässt sich im Amt bestätigen

Oberste Volksversammlung bestätigt Staatsoberhaupt Kims Machtposition innerhalb des Regimes gefestigt

Kim Jong Il bleibt der große Obermotz:
Ein Diktator lässt sich im Amt bestätigen © Bild: Reuters/KCNA

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-il ist vom Parlament in der höchsten Führungsposition des Landes bestätigt worden. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. In einer minutiös geplanten Sitzung votierten die Abgeordneten für den 67-Jährigen, der mutmaßlich unter den Folgen eines Schlaganfalls leidet. Kim erschien Fernsehbildern zufolge selbst bei der Sitzung und damit erstmals bei einem großen staatlichen Ereignis seit der vermuteten Erkrankung im vergangenen Jahr.

Die Abgeordneten wählten ihn nach offiziellen Angaben wieder zum Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission - dem machtvollsten Posten des Landes. Faktisch ist er damit Staatschef. Sein Vater und Staatsgründer Kim Il-sung erhielt nach seinem Tode 1994 den Titel "ewiger Präsident". Protokollarisch hat auch Parlamentschef Kim Yong-nam Funktionen eines Staatsoberhaupts.

Beobachtern zufolge könnte Kim Jong-il seine Wiederwahl dazu nutzen, den Weg für eine Machtübergabe an einen seiner drei Söhne zu ebnen. Kim selbst war seinem Vater im Amt gefolgt. Das nordkoreanische Parlament war Anfang März in einer als Formalität geltenden Wahl bestimmt worden.

Nordkorea hatte am Sonntag mit dem Start einer Langstreckenrakete weltweit heftige Proteste ausgelöst. In dem armen Land wurde dagegen vom Start eines Satelliten gesprochen, der die Erde umkreise und von dort revolutionäre Lieder sende. Eine von den USA und Japan angestrebte Verurteilung Nordkoreas im UN-Sicherheitsrat wegen des Raketenstarts scheiterte vor allem am Widerstand Chinas, das seine Hand traditionell schützend über Nordkorea hält.

(apa/red)