Killerjagd im Vatikan: Ab 14. Mai heftet sich
Tom Hanks an die Fersen der "Illuminaten"

NEWS: Wirbel um Film zu Brown-Buch "Illuminati" Rom verweigerte den Dreh an Originalschauplätzen

Killerjagd im Vatikan: Ab 14. Mai heftet sich
Tom Hanks an die Fersen der "Illuminaten" © Bild: SonyPictures

Goethe war einer, Lessing auch. Mozart wahrscheinlich. So gesehen muss der Geheimbund der Illuminaten zu mancherlei fähig gewesen sein. Andererseits haben die Erleuchteten schon vor 224 Jahren den Abgang aus der Geschichte vollzogen. Und dafür ist das, was der amerikanische Bestsellerautor Dan Brown ihnen noch im 21. Jahrhundert zutrauen lässt, nicht von schlechten Eltern: Sie sollen den Papst, ein kompaktes Kardinalskollegium und den Kernphysiker Pater Leonardo Vetra umgebracht haben – Letztgenannten, um an das Geheimnis der Antimaterie zu gelangen und mit deren Hilfe am Tag der Papstwahl den Vatikan in die Luft zu blasen. Der wahre Unhold – so viel darf an dieser Stelle enthüllt werden – wird indes am Ende beim Klerus namhaft gemacht.

„Illuminati“, der Film, ist da und gelangt am 14. Mai in die hiesigen Lichtspielhäuser. Weltpremiere war in Rom, wo der Vatikan unschätzbare Werbevorleistungen erbracht hatte: Man verweigerte die Drehgenehmigung für die Originalschauplätze. „Normalerweise lesen wir erst die Drehbücher durch“, rümpfte ein hochwürdiger Mediensprecher die Nase, „aber diesmal hat ein Name gereicht: Dan Brown.“ Und der greise Regisseur Franco Zeffirelli, 96, keifte nach: Es sei ganz recht gewesen, dem „Tunichtgut“ Brown den Zugang zu den religiösen Stätten zu verweigern.

Zur Filmpremiere in Rom jedenfalls erschien Autor Brown mit seinen überzeugendsten Apologeten: Regisseur Ron Howard und Großschauspieler Tom Hanks fuhren schon anno 2006 mit dem Vorgänger-Opus „Da Vinci Code“ 564 Millionen Euro ein. Hanks ist abermals Robert Langdon, einst Leistungsschwimmer, jetzt Kunstgeschichte- und Symbolik-Professor an der Harvard University. Als die sterblichen Überreste des Physik-Paters mit einem auf der Brust eingebrannten Illuminatenzeichen aufgefunden werden, ist Langdon wieder gefragt. Gefragt war er auch bei den Lesern, die in 39-Millionen-Stärke zu Browns Buch (Originaltitel: „Angels & Demons“) griffen.

„,Da Vinci Code‘ war noch eine Schnitzeljagd durch das Altertum“, sagt Hanks zu NEWS. „Aber ,Illuminati‘ ist ein Pferderennen durch das moderne Rom. Du reitest ein Pferd mit Schaum vor dem Maul, mitten im Gewühl.“ Vor Beginn der Dreharbeiten hatte Hanks „Tonnen von Material“ gewälzt. „Das Material war angetan, Verschwörungsaspekte zu relativieren. Andererseits machte es einiges an den Mordszenen noch unheimlicher.“ Die größte Herausforderung an der Rolle, fügt er hinzu, sei das Eindringen in Langdons Gehirn gewesen. „Herauszufinden, wie sein Verstand funktioniert. Wie er von einer Schlussfolgerung zur anderen springt. Er ist Symbologe mit enzyklopädischem Wissen über Codes, Spiele, Puzzles und Rätsel und vielleicht der einzige Mensch auf der Welt, der alle diese Informationen in den richtigen Kontext stellen kann.“

Heinz Sichrovsky, Susanne Zobl

Noch mehr Infos zu den Illuminaten und dem Start des neuen Blockbusters finden Sie im aktuellen NEWS 19/09!