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Kika/Leiner-Mutter Steinhoff holte Sanierer an Bord

KPMG-Experte soll Schuldenberg abbauen helfen - Bilanz bis zur Hauptversammlung am 20. April nicht fertig

Der nach Ikea zweitgrößte Möbelkonzern Steinhoff hat einen Chef-Sanierer angeheuert, der den Schuldenberg geordnet abbauen soll. Chief Restructuring Officer Richard Heis kommt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in London, wo er sich seit 25 Jahren mit dem Umbau komplexer Konzernstrukturen befasst hatte.

Heis solle bei der Ausarbeitung des Plans helfen, mit dem der Mutterkonzern von Kika/Leiner seine Verschuldungsprobleme angehen wolle, sagte Interims-Vorstandschefin Heather Sonn am Donnerstag. Der deutsch-südafrikanische Konzern steht mit 10,7 Milliarden Euro in der Kreide. 2 Mrd. Euro davon müssen noch heuer refinanziert werden.

Steinhoff war durch einen mutmaßlichen Bilanzskandal in die Bredouille geraten. Der Aktienkurs brach um bis zu 90 Prozent ein. In Deutschland laufen bereits seit längerem Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Vorstands- und Aufsichtsratschef traten zurück, die neue Führung versucht, das Geschäft zu stabilisieren. Wirtschaftsprüfer von PwC versuchen parallel, die möglichen Bilanzfälschungen aufzuklären.

So lange sie nicht damit fertig sind, kann Steinhoff seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2016/17 (per Ende September) auch nach viereinhalb Monaten nicht vorlegen. Wegen der laufenden Untersuchungen ist sie auch auf der Hauptversammlung am 20. April kein Thema, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Dort geht es primär um Neuwahlen von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats. Zur Vorlage der Bilanz werde später ein eigenes Aktionärstreffen einberufen.

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