Kidnapping-Fall von

Im Keller eingesperrt

USA: Behinderte Personen wurden brutal gequält und bekamen nichts zu essen

Kidnapping-Fall - Im Keller eingesperrt © Bild: APA/EPA/Scalzo

Ein grausiger Kidnapping-Fall erschüttert derzeit die USA: In einem Kellerverlies in Philadelphia sind mehrere behinderte Personen entdeckt worden, wie die Polizei berichtet. Die Hauptverdächtige Linda Ann Weston soll die Opfer eingesperrt und gequält haben. Und das alles offenbar nur, um die Sozialleistungen der Menschen einzustreichen.

Insgesamt wurden laut Ermittlern vier Verdächtige festgenommen. Neben Weston zählen ihr 47-jähriger Freund Gregory Thomas, ihre 32-jährige Tochter Jean McIntosh und der 49-jährigen Eddie Wright zu den Verdächtigen.

Ohne Essen und Toilette
Vier in einem verschmutzen Keller eingesperrte Erwachsene zwischen 29 und 40 Jahren waren am Wochenende durch Zufall in dem Haus in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania entdeckt worden. Die geistig Behinderten lebten in dem Kellerraum nach Polizeiangaben mit zwei Hunden unter widrigsten Bedingungen. Bei ihrer Befreiung seien die drei Männer und die Frau in jämmerlichem Zustand vorgefunden worden: Sie hatten nichts zu essen, als Toilette diente ein Kübel.

Polizei befreit auch zehn Kinder
Auch zehn Kinder lebten offenbar in dem Haus. Sie konnten ebenfalls von der Polizei befreit werden. Die Kinder waren den Angaben zufolge zwischen zwei und 19 Jahren alt und zum Teil unterernährt. Unter ihnen sei auch die im Jahr 2009 als vermisst gemeldete Nichte der Hauptverdächtigen Weston, teilte die Polizei mit.

Derzeit liefen Untersuchungen, um die Kinder zu identifizieren, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Philadelphia. Es sei nicht auszuschließen, dass einige der Kinder entführt worden seien. Zwei Kinder seien möglicherweise von der gefangen gehaltenen Frau zur Welt gebracht worden. "Wir wissen das noch nicht sicher und müssen einen DNA-Test machen, um das herauszufinden", sagte die Sprecherin.

Fälle reichen bis in die 90er Jahre zurück
Offenbar strichen die mutmaßlichen Kidnapper die Sozialleistungen der eingesperrten Menschen ein. Die Polizei entdeckte bei Weston insgesamt 50 Ausweisdokumente und Sozialversicherungsnummern. Dutzende Menschen in mehreren Bundesstaaten könnten den mutmaßlichen Tätern demnach zum Opfer gefallen sein, die Fälle reichen bis in die 90er Jahre zurück.