Khol ortet Führungsschwäche bei Kanzler:
Hat Gusenbauer SP-Parlamentsklub im Griff?

Ex-Nationalratspräsident klar gegen U-Ausschuss 'Politische Tribunale': Da komme nie Wahrheit heraus

Khol ortet Führungsschwäche bei Kanzler:
Hat Gusenbauer SP-Parlamentsklub im Griff? © Bild: APA/Fohringer

Ex-Nationalratspräsident Andreas Khol hat in der Innenministeriumsaffäre bei Bundeskanzler Alfred Gusenbauer Führungsschwäche geortet. Der Obmann des ÖVP-Seniorenbundes meinte in einem TV-Interview, die "Zwei-Firmen-Theorie", wonach sich die Regierung nicht in die Sachen der Parlaments einmischen soll, deute auf Führungsschwäche hin.

Es könne nicht funktionieren, wenn der Regierungschef sagt, er lässt dem Parlamentsklub freie Hand, so Khol in der ZiB2. Dies sei "gegen den Geist und gegen die Praxis aller Koalitionen". In der ÖVP habe man eine solche "Zwei-Firmen-Theorie" in den 70er Jahren gehabt. Dies sei damals immer ein Zeichen für Führungsschwäche gewesen. Er frage sich, ob Gusenbauer den SP-Parlamentsklub noch in der Hand habe, sagte Khol.

Von einem Untersuchungsausschuss hält der VP-Seniorenobmann wenig. All jene, die er selbst miterlebt habe, seien in der Regel "politische Tribunale" gewesen. Da komme objektiv nie die Wahrheit heraus, so Khol.

SP-Chef Gusenbauer hatte zu einem möglichen Untersuchungsausschuss gemeint, er halte Zurufe von Regierungsseite "für nicht hilfreich". Gleichzeitig versicherte er jedoch, er halte nichts von "Tribunalen".

(apa/red)