Kenianer Luke Kibet holt sich Sieg beim 24.
Wien-Marathon: Streckenrekord verpasst!

24-Jähriger siegt in einer Zeit von 2:10:07 Stunden Rumänin Talpos gewinnt bei Frauen - Pumper Dritte

Kenianer Luke Kibet holt sich Sieg beim 24.
Wien-Marathon: Streckenrekord verpasst!

Der Kenianer Luke Kibet in 2:10:07 Stunden sowie die Rumänin Luminita Talpos in 2:32:21 haben den 24. Vienna City Marathon gewonnen. Bei Temperaturen von 17 Grad am Start und über 20 im Ziel war der im Vorjahr in 2:08:20 Stunden aufgestellte Streckenrekord nicht in Gefahr. Damit waren auch Bestleistungen der Top-Österreicher Susanne Pumper und Roman Weger nicht in Reichweite, Pumper kam als Dritte in 2:37:55 aber auf das Podest.

7.577 der 26.279 für die sechs Bewerbe registrierten Lauflustigen hatten die klassische Distanz über 42,195 Kilometer in Angriff genommen. Nach zehn Kilometern lag eine 15-köpfige Spitzengruppe der Eliteathleten bereits eine dreiviertel Minute hinter dem Plansoll in Richtung neuem Streckenrekord. Zahlreiche Tempowechsel sorgten für ein Anwachsen der führenden Gemeinschaft auf über zwanzig Athleten, doch nach einer Tempoverschärfung vor Schönbrunn waren es wieder zwölf Athleten und drei Pacemaker.

Vorentscheidung bei 30-km-Marke
Eine Vorentscheidung fiel vor der 30-Kilometer-Marke, vier Kenianer setzen sich etwas ab, auf der Prater Hauptallee fanden zwei weitere wieder Anschluss. Aus der Sechsergruppe riss auf den Kilometern 36 und 37 bei einer Tempoverschärfung durch Luke Kibet Läufer um Läufer ab und die Gruppe zerbrach. Am längsten hielt sich Abel Kirui, doch auf Kilometer 38 musste er den 24-jährigen Kibet ziehen lassen. Dieser siegte vor seinen Landsleuten James Mwangi, einem Marathon-Debütanten (2:10:27), und Abel Kirui (2:10:41), die Top Sieben kamen aus Kenia.

"Bis Kilometer 35 habe ich mir die Konkurrenten angeschaut, bei Kilometer 37 bin ich weggegangen und bei 39 war ich mir sicher, dass ich gewinnen werde", sagte Kibet, der in Nairobi wie viele Spitzensportler im Gefängnis angestellt ist (ähnlich den Heeressportlern in Österreich). Kibet und der ehemalige Hindernis-Weltrekordler Bernard Barmasai hatten am Freitag eine Zeit unter 2:07 angekündigt, die klar verfehlt wurde. "Es war einfach zu warm, und keiner hat sich getraut, am Anfang ein schnelles Tempo zu gehen", betonte der Sieger. Barmasai fiel bei Kilometer 25 zurück und stieg zehn Kilometer später aus.

Weger auf Platz 14
Roman Weger landete als bester Österreicher auf dem 14. Platz, in 2:18:22 verfehlte er seine persönliche Bestzeit von 2:16:18 aber deutlich. "Es war einfach zu warm und zu sonnig, für mich war das Wetter mitentscheidend. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht jetzt, es war ein Kampf", sagte der Kärntner, der das Olympia-Limit außer Reichweite (noch nicht fixiert, um die 2:13 wahrscheinlich) sieht und in Richtung Freiluft-EM plant.

Frauensiegerin Talpos - es war ihr erster internationaler Erfolg in einem Marathon - hatte nach dem Zieleinlauf einen Schwächeanfall, erfing sich aber rasch. "Es geht mir körperlich gut, ich freue mich sehr, dass ich hier gewonnen habe. Die Temperaturen waren kein Problem, eher der Wind", sagte die 34-Jährige. "Ich wollte eine bessere Zeit laufen, aber das Gefühl, zu gewinnen, wiegt das auf."

Podestplatz spendet Pumper Trost
Pumper (ihr ÖLV-Rekord von 2:32:21 Stunden ist exakt die Siegerzeit heuer) tröstete sich mit dem Podestplatz. "Es stimmt vielleicht doch, dass der zweite Marathon der schwierigste ist. Es kann nicht mehr schlimmer werden. Meine Begleiter haben mir jetzt gesagt, sie haben schon bei Kilometer sechs gewusst, dass es heute nicht geht." Die elfjährige Tochter Victoria lief den Juniormarathon. "Sie war euphorischer als ich heute. Aber die Stimmung war auch für mich trotzdem super."

Die Ehrenrunde sei ergreifender gewesen als im Vorjahr: "Letztes Jahr war es ganz leicht, unbeschwert, heuer habe ich hart kämpfen müssen. Ich habe mir wahrscheinlich selbst sehr hohe Erwartungen gesetzt. Von der Zeit her ist es nicht das gewesen, was ich erreichen wollte, aber ich wollte unbedingt noch aufs Stockerl laufen." Als sie merkte, dass sich der Rekord nicht mehr ausgeht, "sei sie nur noch Marathon gelaufen. Es hat sich rentiert."

Schrecksekunde
VCM-Organisator Wolfgang Konrad hatte eine Schrecksekunde zu überstehen: "Nach fünf Kilometern war in der Stadiongasse der Schranken zu, zehn Sekunden, bevor die Elite gekommen ist, gelang es einem Polizisten, ihn zu öffnen. Das war knapp", sagte Konrad. Zum Rennausgang meinte er: "Nicht so schnell wie erwartet. So ist es im Sport manchmal. Die Spitze hat das Tempo von Beginn an nicht angenommen. Aber ich bin im Großen und Ganzen zufrieden. Für mich ist wichtig, dass wir eine große Veranstaltung in einer großen Stadt über die Bühne gebracht haben." Rennleiter Mark Milde sagte. "Hochgesteckte Ziele wurden nicht erreicht. Einerseits lag das am Wetter, andererseits war es ein taktisches Rennen."

Die Halbmarathonsiege gingen an Florian Prüller, der sich in 1:07:13 Stunden vor Martin Steinbauer (1:07:35) durchsetzte, Mitfavorit Christian Pflügl wurde in 1:09:11 hinter dem Spanier Victor Gonzalo (1:08:31) Vierter. Frauensiegerin wurde Daniela Cirlan (1:16:11) vor Ursula Bredlinger (1:18:07) und Anja Carlsohn (1:19:41).

Ergebnisse:
Herren:
1. Luke Kibet (KEN) 2:10:07 Stunden
2. James Mwangi (KEN) 2:10:27
3. Abel Kirui (KEN) 2:10:41
4. Haron Toroitich (KEN) 2:12:00
5. William Todoo-Roitch (KEN) 2:12:37
6. Shadrack Kiplagat (KEN) 2:13:20
7. Wilberforce Talel (KEN) 2:13:35
8. Luis Feiteira (POR) 2:13:37
9. Joseph Birgen (KEN) 2:13:57
10. Getuli Bayo (TAN) 2:14:17
Weiter:
14. Roman Weger 2:18:22
24. Marius Bock 2:35:13
25. Anton Bernhard 2:35:44
26. Herbert Gruber 2:36:58
28. Thomas Teufl 2:37:51
30. Gerd Frick (alle AUT) 2:37:59

Damen:
1. Luminita Talpos (ROM) 2:32:21
2. Martha Markos (ETH) 2:35:45
3. Susanne Pumper (AUT) 2:37:55
4. Lucia Kimani (BIH) 2:38:21
5. Petra Teveli (HUN) 2:40:31
Weiter:
9. Nadja Göschl 3:00:59
16. Hildegard Hirsch 3:10:19
17. Henriette Holzknecht 3:10:47
20. Michaela Rudolf 3:13:43
21. Daniela Hörbinger 3:14:06
23. Renate Pflamitzer 3:14:39
24. Christine Koller 3:16:14
28. Maria Hochegger 3:18:46
30. Natalia Steiger (alle AUT) 3:20:14

(apa/red)