Extremisten von

Kenia: Zahlreiche Tote
nach Islamisten-Angriff

Somalische Shabaab-Miliz soll hinter Blutbad in Küstenstadt Mpeketoni stecken

Kenia: Islamisten haben erneut ein Blutbad angerichtet. © Bild: APA/EPA/DAI KUROKAWA

Bei einem Angriff mutmaßlicher Islamisten auf den Küstenort Mpeketoni in Kenia sind 49 Menschen getötet worden. Dutzende schwer bewaffnete Angreifer der somalischen Shabaab-Miliz hätten am Sonntagabend den Ort nahe der Touristeninsel Lamu gestürmt, sagten Behördenvertreter am Montag.

Ausländer kommen nur selten dorthin und fliegen stattdessen gleich auf Lamu. Augenzeugen berichteten, die Kämpfer hätten zunächst eine Polizeiwache angegriffen, dann aber auch auf Menschen gefeuert, die in Cafes die WM-Spiele verfolgten. Der Behördenvertreter Benson Maisori sagte, rund 50 Angreifer in drei Fahrzeugen mit den Flaggen der radikalislamischen Rebellengruppe seien in die Stadt eingedrungen. Sie hätten Somalisch gesprochen und "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Zunächst hätten sie eine Polizeiwache angegriffen, seien aber von den Polizisten dort abgewehrt worden. Daraufhin hätten sie mehrere Hotels, Restaurants, Banken und Behördengebäude in Brand gesteckt.

Kämpfer morden kaltblütig

Die Einwohnerin Anne Gathigi, deren Ehemann bei dem Angriff ermordet wurde, berichtete, die Kämpfer seien in ihr Haus eingedrungen und hätten ihren Ehemann nach Geld gefragt. Nachdem er ihnen Geld gegeben hatte, hätten sie ihn erschossen, sagte die 38-Jährige. "Dann wandten sie sich an mich und fragten, ob ich Al-Shabaab kenne. Sie sagten mir, da sich unsere Regierung weigere, unsere Soldaten aus Somalia abzuziehen, würden sie uns als Witwen und Waisen zurücklassen."

Die somalische Islamisten-Miliz Al-Shabaab (Die Jugend) führt im benachbarten Bürgerkriegsland Somalia seit Jahren einen blutigen Kampf gegen die Regierung. Die kenianische Armee beteiligt sich seit 2011 an einem Einsatz der Afrikanischen Union gegen die Miliz. Seitdem häufen sich die Anschläge in Kenia. Die Islamisten bekannten sich unter anderem zu einem Angriff auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem im vergangenen September 67 Menschen getötet wurden.

"Macht euch gefasst auf die Verwüstungen des Krieges"

Indes hat sich die Shabaab-Miliz in einem Schreiben an den arabischen Sender Al-Jazeera zum jüngsten Terrorangriff in Kenia bekannt und Bluttat und weitere Aktionen angekündigt. "Macht euch gefasst auf die Verwüstungen des Krieges und dessen, was ihr mit eigener Hand gesät habt", heißt es.

Augenzeugen zufolge befanden sich zur Zeit des Angriffs am Sonntagabend in Bars und Cafes zahlreiche Menschen, um die Fußball-Weltmeisterschaft zu verfolgen. "Ich hörte sie auf Somalisch rufen und wie sie um sich schossen", sagte der 28-jährige Einwohner John Waweru. "Ich habe zwei meiner Brüder verloren und bin geflohen. Ich rannte und schloss mich in meinem Haus ein."

Heftige Gefechte über Stunden hinweg

Die Angreifer lieferten sich über Stunden heftige Gefechte mit den Sicherheitskräften, Montag früh war es in der Stadt jedoch ruhig. Die Polizei teilte mit, es seien 49 Menschen getötet worden. Die Suche nach Opfern dauere aber noch an. Ein Armeesprecher sagte, es seien Aufklärungsflugzeuge im Einsatz, um nach den Tätern zu suchen. Einwohner umliegender Dörfer berichteten, die Angreifer hätten auf dem Rückzug auch dort Menschen getötet.

Innenminister Joseph Ole Lenku sagte am Montag, die Sicherheitsvorkehrungen seien im ganzen Land angesichts der "abscheulichen Tat" verstärkt worden.

Mpeketoni liegt an der Hauptstraße, die nach Lamu führt. Die kleine Insel mit ihren weißen Stränden und dem türkisblauen Meer war viele Jahre lang bei Touristen aus aller Welt beliebt. Nachdem Extremisten 2011 eine Britin aus einem Hotel auf dem Archipel ins nahe Somalia entführt hatten, war der Tourismus aber eingebrochen. Ihr Mann wurde kaltblütig erschossen. Die Geisel kam nach sechs Monaten wieder frei.

Kommentare

Ferdinand Raunzer

Warum demonstrieren die Linken und Gutmenschen nicht vor Moscheen und Botschaften von islamischen Ländern gegen das Gemetzel und die Greueltaten, die von islamischen Radikalen weltweit begangen werden? Es ist offenbar einfacher, in Österreich gegen nicht vorhandene Rechtsradikale zu demonstrieren und dabei Polizisten zu prügeln oder fremdes Eigentum zu demolieren.

Man schaue sich diese "Islamisten" nur mal genau an. Hoffentlich muss man sich in Europa eines Tages nicht solcher extremen Typen erwehren. Dabei gibt es in Europa inzwischen auch schon Millionen Moslems, Tendenz steigend, die, im Moment noch von den meisten belächelt, uns gern ihre Lebensvorstellungen aufzwingen würden.

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