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Tote bei Anschlag in Nairobi

Zwei Verdächtige festgenommen. Österreich spricht Reisewarnung aus.

Kenia © Bild: APA/EPA/DANIEL IRUNGU

Bei einem Doppel-Anschlag in Nairobi sind mindestens zehn Menschen getötet worden. Mehr als 90 weitere Menschen wurden nach Krankenhausangaben am Freitag bei der Explosion zweier Sprengsätze auf einem Markt der kenianischen Hauptstadt verletzt. Großbritannien flog wegen "Terrordrohungen" rund 400 Urlauber aus. Österreich warnte vor Reisen an die Grenze zu Somalia.

Die Sprengsätze explodierten am Eingang zu dem Markt. Ein Minibus in der Nähe des Explosionsortes wurde schwer beschädigt. Das kenianische Rote Kreuz rief die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Laut Polizei wurden zwei Verdächtige festgenommen.

Blutige Anschläge

Kenia wurde in jüngster Zeit immer wieder von blutigen Anschlägen erschüttert, für die zumeist islamistische Gruppen verantwortlich gemacht wurden. Bei vier Bombenanschlägen in der Hafenstadt Mombasa und nahe Nairobi waren Anfang Mai sieben Menschen getötet worden.

Viele Anschläge werden aus Rache dafür verübt, dass Kenia das Nachbarland Somalia im Kampf gegen Islamisten unterstützt. So bekannte sich etwa die somalische Shabaab-Miliz zu einem Überfall auf ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem Ende September vergangenen Jahres 67 Menschen getötet wurden.

Urlauber ausgeflogen

Die britischen TUI-Töchter Thomson und First Choice flogen am Donnerstag und Freitag rund 400 britische Urlauber von der kenianischen Küste nach Hause und strichen sämtliche Flüge nach Mombasa bis 31. Oktober.

Das Safari-Paradies ist unter anderem wegen seiner weißen Strände am Indischen Ozean ein beliebtes Touristenziel. Jedoch war es zuletzt vor allem rund um Mombasa immer wieder zu Anschlägen gekommen. Großbritannien, Frankreich, Australien und die USA hatten in den vergangenen Tagen ihre Reisehinweise für Kenia verschärft und wegen "terroristischer Bedrohungen" vor allem vor Reisen nach Mombasa und an die Küste gewarnt.

Reisewarnung für Teilgebiet

Das österreichische Außenministerium gab eine Reisewarnung für das Gebiet an der Grenze zu Somalia aus. Es gebe ein hohes Sicherheitsrisiko für das Küstengebiet und erhöhtes Sicherheitsrisiko für den Rest des Landes, hieß es in den am Freitag aktualisierten Reisehinweisen für Kenia.

Auch das deutsche Außenministerium mahnte am Freitag vor allem in Nairobi und Mombasa zu großer Vorsicht und Wachsamkeit vor allem auf öffentlichen Plätzen, an religiösen Stätten und an touristischen Sehenswürdigkeiten. Größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden. Da Busse und Kleinbusse wiederholt Anschlagsziele waren, "sollte ihre Nutzung unbedingt vermieden werden", hieß es.

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