Keinerlei Hoffnung mehr: Vier vermisste Bergleute in Slowakei wurden für tot erklärt

Kumpel in eingestürztem Kohlebergwerk verschüttet

Vier in einem slowakischen Braunkohlebergwerk vermisste Bergleute sind nach Angaben der Regierung tot. Nach einer Sitzung des Krisenstabes für das Unglück erklärte Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek, es seien bisher zwar nur Körperteile eines der Männer gefunden worden. Das Ausmaß der Zerstörungen in der Grube schließe aber jede Überlebenschance für die Opfer aus.

Aus noch nicht geklärter Ursache war ein Teil des Bergwerks in der Kleinstadt Novaky, rund 160 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Preßburg (Bratislava), eingestürzt. Rund 2.000 Kubikmeter Schlamm und Geröll verschütteten einen Schacht, in dem sich die vier Familienväter im Alter zwischen 32 und 41 Jahren aufhielten. Der massive Druck der Erdmassen zerstörte die Stützkonstruktionen des Schachtes völlig und dürfte die vier Opfer zermalmt haben. Da ursprünglich nicht ausgeschlossen worden war, dass sich in der Grube eine Luftblase gebildet haben könnte, die ein Überleben ermöglicht hätte, suchten bis Samstag hunderte Rettungskräfte unter gefährlichsten Umständen nach den Vermissten.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bergwerks erhob im Fernsehen massive Vorwürfe gegen die Firmenleitung von Hornonitrianske bane, dem größten Bergwerksunternehmen der Slowakei, zu dem auch die betroffene Grube gehört. Aus Ersparnisgründen seien immer wieder dringende Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt worden, erklärte der Ex-Bergmann Frantisek Hartmann. Die Firmenleitung wies die Vorwürfe zurück.

(apa/red)