Keine WM wie jede andere: Aare brachte für die ÖSV-Herren durchwachsene Bilanz

Einmal Gold, zweimal Silber "ein gutes Abschneiden" Aber Debakel in Abfahrt und RTL noch nicht abgehakt

Für die ÖSV-Stars war es auf jeden Fall bei weitem keine WM wie jede andere. Die Abfuhren in Abfahrt und Riesentorlauf brachten den erfolgsverwöhnten Jungs ungewohnt harte Kritiken ein, zudem kamen noch die medialen "Schlammschlachten" zum Thema Hermann Maier nach den Kritiken von Armin Assinger und Franz Klammer oder der Schlagabtausch zwischen Präsident Peter Schröcksnadel und dem in der Abfahrt nicht nominierten Christoph Gruber.

Fakt ist auf jeden Fall, dass die Aare-Bilanz der Herren die schlechteste bei einer WM seit 1997 (Sestriere) ist, damals hatte es nur dreimal Bronze gegeben. Die Bilanzen seitdem: Vail 1999 2 Gold/0 Silber/2 Bronze, St. Anton 2001 2/4/1, St. Moritz 2003 2/2/0 und Bormio 2005 3/3/2.

"Für Favoriten war es hier schwer"
Doch Giger weiß, dass Topkandidaten wie Benjamin Raich ("nur" Silber in der Super-Kombi) oder Bode Miller in Aare ein schweres Leben hatten: "Für Favoriten war es hier sehr, sehr schwer." Der Salzburger verwies darauf, dass neben Hermann Maier und dem US-Team rund um Miller auch die schwedischen Slalom-Herren und "die stärksten Abfahrer" der Welt gänzlich leer ausgingen.

Giger hat aus dieser WM auch abseits der Skipiste einiges gelernt. "Durch diese schwierige, neue und eher ungewohnte Situation hat man genau gesehen, wer wirklich zu einem steht. Und es hat sich gezeigt, wie eng das ganze Team zusammengeschweißt ist. Es gibt bei uns einen enormen Teamspirit." Der 43-Jährige freute sich während der WM auch über eine Flut von Fanmails, in denen die sportliche Führung größtenteils aufgemuntert wurde. "Das freut einen natürlich, wenn die Leute hinter uns stehen."

"Die Leistung vom Mario war legendär"
Auch bei Olympia 2006 hatten die ÖSV-Herren am Ende im Slalom noch kräftig zugeschlagen, sogar mit einem Dreifachsieg durch Benjamin Raich, Reinfried Herbst und Rainer Schönfelder. Aber auch der Slalom in Aare war ein mehr als versöhnlicher Ausklang für Rot-Weiß-Rot. Für Giger wird die sensationelle Leistung von Matt "in die Skigeschichte" eingehen. "Die Leistung vom Mario war legendär."

Das heißt jedoch nicht, dass das RTL-Debakel unter den Teppich gekehrt wird. "Die Slalom-Goldene darf dieses Rennen nicht zudecken. Der Riesentorlauf wird von uns intensiv aufgearbeitet werden." (apa/red)