Keine Wettbewerbsbedenken: Brüssel gibt grünes Licht für die Böhler-Übernahme

voestalpine darf wie erwartet Stahlkonzern kaufen Größte Akquisition der heimischen Industriegeschichte

Keine Wettbewerbsbedenken: Brüssel gibt grünes Licht für die Böhler-Übernahme

Die EU-Wettbewerbshüter haben wie erwartet grünes Licht für die Übernahme des Edelstahlerzeugers Böhler-Uddeholm durch den Linzer Stahlkonzern voestalpine gegeben. Die EU-Kommission entschied im vereinfachten Verfahren. Es gebe keine Wettbewerbsbedenken, hieß es.

Böhler-Uddeholm und voestalpine setzen weltweit gemeinsam rund 10 Mrd. Euro um und beschäftigen zusammen rund 38.600 Mitarbeiter. Böhler-Uddeholm operiert mit weltweit mehr als 14.000 Mitarbeitern, davon über 4.100 in Österreich, und setzte 2006 knapp 3,1 Mrd. Euro um. voestalpine erzielte 2006/07 (per Ende März 2006) einen Umsatz von 7,05 Mrd. Euro und beschäftigte Ende 2006 (ohne Lehrlinge) 24.611 Mitarbeiter.

Die Übernahme von 54,6 Prozent an an Böhler-Uddeholm ist die größte Akquisition der heimischen Industriegeschichte. Im Vorfeld des Angebots hatte Voest-Chef Wolfgang Eder den ebenfalls an Böhler interessierten Beteiligungsfonds CVC ausgestochen. Das ursprüngliche Offert von 69 Euro war Mitte Mai auf 73 Euro (zuzüglich Dividende) aufgestockt worden. In Summe wurde Böhler damit mit 3,7 Mrd. Euro bewertet.

voestalpine und Böhler waren jahrzehntelang unter dem gemeinsamen Dach der verstaatlichten Industrie tätig gewesen. Nach deren Zerschlagung Anfang der Neunzigerjahre trennten sich ihre Wege. Beide Unternehmen haben sich vom einstigen Staatsbetrieb zum hochprofitablen Konzern entwickelt.

(apa/red)