Keine Ruhe von

Wieder schweres Erdbeben in Italien

Enorme Sachschäden, mehrere Verletzte und Beben bis Österreich spürbar

Italien beben © Bild: APA/AFP

Mittelitalien kommt nicht zur Ruhe. Ein neues Erdbeben der Magnitude 6,5 hat um 7.41 Uhr erneut Panik in den mittelitalienischen Regionen Umbrien und Marken ausgelöst. Das Epizentrum lag in einer Tiefe von zehn Kilometern zwischen dem umbrischen Norcia, der Heimat des Heiligen Benedikt, und der Ortschaft Preci. Nach Angaben des Zivilschutzes wurden 20 Menschen verletzt. Darunter soll sich ein Schwerverletzter befinden, berichtete Zivilschutzchef Fabrizio Curcio bei einer Pressekonferenz.

Das Erdbeben, das unter den Obdachlosen im Erdbebengebiet für Panik sorgte, war von Bozen bis Neapel zu spüren. Die Bergortschaft in der Region Latium war bei einem Erdbeben am 24. August mit 298 Todesopfern zerstört worden.

15.000 ohne Strom

Der Zivilschutz meldete vorerst 20 Verletzte, ihr Zustand sei nicht besorgniserregend. 15.000 Haushalte seien in der Region Marken ohne Strom. Kontrollen wurden durchgeführt, um die Wasserqualität zu prüfen.

Kirche eingestürzt

Die Sachschäden seien enorm, berichteten Medien. Die Basilika des Heiligen Benedikt und die Kathedrale von Santa Maria Argentea in Norcia stürzten ein. Lediglich Teile der Fassaden blieben erhalten. Das Krankenhaus der umbrischen Stadt Cascia musste evakuiert werden. Die Diözese von Rieti, zu der auch Amatrice gehört, schloss aus Sicherheitsgründen alle Kirchen.

Italien beben
© APA/AFP

Unzählige Gebäude, die bereits bei den Erdbeben am Mittwochabend schwer beschädigt worden waren, stürzten ein. Aleandro Petrucci, Bürgermeister der Ortschaft Arquata, die bereits am 24. August von einem schweren Erdbeben betroffen war, sagte, dass das ganze Dorf zerstört sei. "Arquata gibt es nicht mehr", klagte Petrucci. Auch die vom Erdbeben am Mittwoch schwer beschädigte Kleinstadt Ussita sei komplett zerstört.

In Amatrice, wo die meisten der 298 Todesopfer des Erdbebens vom 24. August beklagt worden waren, kam es zu weiteren Schäden. So stürzte der Turm der Kirche des Heiligen Augustin ein, der beim ersten Erdbeben im August trotz schwerer Schäden noch erhalten geblieben war. Der Turm war zum Symbol des zerstörten Amatrice geworden.

Italien beben
© APA/AFP

Nothilfe wird koordiniert

Nach dem schweren Erdbeben mit der Magnitude 6,5 um 7.41 Uhr gab es laut dem nationalen Institut für Geologie und Vulkanologie zwei weitere Erdstöße mit Magnituden von 4,6 und 4,1. Die neuen Erdstöße verursachten erhebliche Probleme auf der Via Salaria, der großen Konsularstraße, die Rom mit Umbrien und den Marken verbindet. In Rom wurde der U-Bahnverkehr wegen Kontrollen auf der Linie unterbrochen. Ein leerer Lift stürzte wegen des Erdbebens im Stadtviertel Marconi ein. Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi setzte sich mit dem Zivilschutz in Verbindung, der die Nothilfe in der betroffenen Region koordiniert.

In Österreich spürbar

Das Erdbeben war am Sonntag ersten Meldungen aus der Bevölkerung zufolge auch in weiten Teilen Österreichs deutlich bis stark zu spüren, wie der Österreichische Erdbebendienst der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) mitteilte. Die Rückmeldungen stammten "aus Kärnten, dem Inntal, dem Grazer Becken sowie bis hin nach Salzburg und ins Salzkammergut".

Kommentare