Keine Ruhe in Istanbul: Unbekannte warfen vier Handgranaten auf ein Militärgebäude

Eine Granate traf statt Kaserne einen Müllwagen Geschosse wurden von einem Friedhof abgefeuert

Ein Granatenangriff hat in Istanbul drei Verletzte gefordert. Laut einem Bericht des türkischen Fernsehsender NTV hat er einem Armeehauptquartier gegolten. Ursprünglich waren die Sicherheitsbehörden davon ausgegangen, dass vier von einem Friedhof abgefeuerte Granaten ein städtisches Verwaltungsgebäude treffen sollten

Drei der Geschoße landeten auf dem Friedhof, ein vierte traf ein Fahrzeug der städtischen Müllabfuhr in der Nähe der Selimiye Kaserne. Dort befindet sich das Hauptquartier der Ersten Türkischen Armee, die die Grenze zu Bulgarien und Griechenland sichert. Die Sicherheitsbehörden leiteten eine Untersuchung ein.

Augenzeugen im Stadtteil Üsküdar auf der asiatischen Seite der türkischen Millionenstadt berichteten im türkischen Fernsehen von insgesamt drei Explosionen, die sich kurz hintereinander auf einem Parkplatz für städtische Müllfahrzeuge in der Nähe des Sitzes der Stadtverwaltung von Üsküdar ereignet hätten. Drei Arbeiter wurden dabei leicht verletzt.

Eine Frau und ein Mann sollen laut den Augenzeugenberichten von einem Motorrad aus mehrere Handgranaten geworfen haben. Der Istanbuler Polizeipräsident Cellattin Cerrah sagte, die Ermittler schlössen einen Bombenanschlag nicht aus.

Die Explosionen gegen 09.25 Uhr Ortszeit (08.25 Uhr MESZ) könnten aber auch das Resultat von Gasbildung innerhalb von Müllcontainern gewesen sein, sagte Cerrah.

Durch die Wucht der Detonationen gingen in der Umgebung mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Zudem entstand erheblicher Schaden an einigen Müllfahrzeugen. Die Frau und der Mann, die nach Augenzeugenberichten nach den Explosionen auf ihrem Motorrad flohen, wurden zu Mittag noch gesucht.

17 Tote nach Bombenexplosion
Am 27. Juli waren bei zwei Bombenexplosionen im Istanbuler Stadtteil Güngören auf der europäischen Seite der Stadt 17 Menschen getötet worden. Mehr als 150 Menschen wurden verletzt. Die türkischen Behörden beschuldigten Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) der Tat. Die PKK erklärte, sie habe nichts mit dem Anschlag zu tun gehabt.

Auch einige türkische Medien meldeten Zweifel an der Schuldzuweisung der türkischen Behörden an. Die wahren Täter von Güngören seien weiterhin auf freiem Fuß, meldete die unbabhängige Zeitung "Taraf" am Donnerstag.
(apa/red)