Keine Rede von Titel: Austria gibt sich vor Start der Bundesliga noch recht bescheiden

Zellhofers Ziel: "Ein Platz im oberen Tabellendrittel" Favoritner wollen Fehlstart wie letztes Jahr vermeiden

Keine Rede von Titel: Austria gibt sich vor Start der Bundesliga noch recht bescheiden

Bei der Wiener Austria übt man sich trotz namhafter Verstärkungen eine Woche vor Saisonstart der Fußball-Bundesliga in Bescheidenheit. Hatte Ex-Coach Frenkie Schinkels im Vorjahr noch zur erfolgreichen Titelverteidigung aufgerufen, stapelte Nachfolger Georg Zellhofer nach einem Jahr mit Höhen und Tiefen vor dem Auftakt tief. "Einen Platz im oberen Tabellendrittel", nannte der Oberösterreicher als Saisonziel.

In der Vorsaison hatte der damals regierende Double-Gewinner erst in der 9. Runde den ersten Erfolg gefeiert und musste schließlich auf dem letzten Tabellenrang überwintert. "Ich hoffe, dass so etwas nie wieder kommt. Allein aus psychologischen Gründen wäre ein Fehlstart wie im Vorjahr katastrophal", meinte Zellhofer, der die Wiener Ende Oktober 2006 vom glücklosen Schinkels übernommen hatte.

Zumindest nominell müsste sich der Cupsieger keine Sorgen machen, stehen den Abgängen von Mario Tokic, Markus Kiesenebner oder Roman Wallner doch Neuverpflichtungen wie die ÖFB-Teamakteure Yüksel Sariyar, Sanel Kuljic, Emin Sulimani oder der Pole Jacek Bak gegenüber. "Wir sind im Umbruch. Ein Spieler wie Sariyar muss sich erst bestätigen, Kuljic muss nach seiner langen Spielpause wieder Tritt finden. Bak ist ein solider Spieler, der uns sicher weiterhilft. Aber auch er muss sich erst eingewöhnen", blieb Zellhofer zurückhaltend.

Über die Situation des neuen Torjägers Kuljic, der nach seinem unfreiwilligen Abgang beim Schweizer Klub FC Sion weiter auf eine Spielgenehmigung wartet, war der 46-Jährige wenig erfreut. "Es ist nicht angenehm für den Spieler. Ich hoffe, dass die Situation so rasch wie möglich bereinigt ist. Eine Woche ist schnell vorbei", spielte der 46-Jährige auf den Saisonstart am 11. Juli bei Sturm Graz an.

General Manager Thomas Parits geht jedenfalls davon aus, dass die Angelegenheit bald zu Gunsten der Favoritner entschieden ist. "Das Verfahren ist nach wie vor im Laufen, wir sind ständig in sehr engem Kontakt mit dem ÖFB, der wiederum mit der FIFA. Wir wünschen uns alle eine schnelle Entscheidung, es gibt aber leider kein definitives Zeitfenster dafür", meinte der Burgenländer auf der Kommandobrücke.

Sorgen bereiteten Zellhofer ("Die Ausfälle werden immer unter den Teppich gekehrt") in der Kaderplanung die Verletzungen der beiden Routiniers Arek Radomski und Stepan Vachousek, die beide zumindest bis Jahresende pausieren müssen. Seine geforderte Verpflichtung eines zusätzlichen Mittelfeldspielers dürfte sich aller Voraussicht nach nicht erfüllen.

"Sicher probiert man als Trainer, den einen oder anderen Spieler zusätzlich zu verpflichten. Aber die Austria ist nicht mehr in der Situation wie noch vor zwei, drei Jahren", meinte Zellhofer. Parits, der das Einkaufsprogramm für beendet erklärt hatte, schlug in dieselbe Kerbe: "Wir sind sehr gut aufgestellt, können jede Position doppelt besetzen, die Zeit der tausend Namen ist vorbei."

(apa/red)