Keine Panik bei Fremdenverkehrsbranche: Klimawandel Chance für Austro-Tourismus?

Touristiker wollen wieder mehr Deutsche anlocken Österreich Werbung plant umweltfreundliche Urlaube

Die aktuelle Klimadiskussion bringt auch die Tourismus-Branche ganz schon ins Schwitzen. Wie deutsche Politiker und Klimaschützer hatte zuletzt auch Umweltminister Josef Pröll (V) die Österreicher im Sinne des Klimaschutzes zum Verzicht auf Fernreisen aufgefordert. Die österreichischen Tourismusvertreter sehen das Thema entspannt und als Chance, wieder mehr Gäste aus dem benachbarten Deutschland nach Österreich zu locken.

Keine Panik bei Fremdenverkehrsbranche: Klimawandel Chance für Austro-Tourismus?

"Österreich hat schon seit Jahren dem nachhaltigen und sanften Tourismus einen großen Stellenwert beigemessen", sagte Wirtschafts- und Tourismusminister Martin Bartenstein (V) bei einem Pressegespräch auf der ITB, der weltgrößten Tourismusmesse. Auf die von deutschen Umweltpolitikern und Klimaschützern erhobene Forderung "Sylt statt Seychellen" könne man in Hinblick auf die deutschen Gäste mit einer Abwandlung von einem Zitat Wolfgang Goethes antworten: "Österreich - denn das Gute liegt doch so nah". Das Tourismusland Österreich sei für deutsche Urlauber nur wenige Hundert Kilometer - und nicht wie Fernreiseziele Tausende Kilometer - entfernt und könne per Bahn oder Auto bereist werden. Die Klimaschutzdiskussion müsse für den österreichischen Tourismus nicht von Nachteil sein.

Bewusstseinsbildung
Pröll habe bei seinem Appell, auf Fernreisen zu verzichten, vor allem Bewusstseinsbildung für Klimaschutz betreiben wollen und darum gehe es auch, verteidigte Bartenstein seinen Ministerkollegen. Es gehe nicht um Ver- oder Gebote, sondern um Schritte, die Österreich zum Klimaschutz setzen könne. Die Einführung einer Kerosinsteuer wäre auf wettbewerbsneutraler Basis sinnvoll, diesem Thema sollte auch der kommende EU-Gipfel nachgehen. "Angesichts der hohen Steuer auf Benzin versteht niemand, warum Kerosin nicht besteuert ist", so Bartenstein.

Umweltfreundliches Reisen
Angesichts der Klimawandeldiskussion werde die Österreich Werbung in Deutschland umweltfreundliche Urlaubsangebote mit Bus, Bahn und Flussschiffahrt unter dem Slogan "Denn das Gute liegt so nah" bewerben, sagte auch Österreich Werbung-Geschäftsführerin Petra Stolba.

Österreich hat eine saubere und intakte Umwelt
Der österreichische Tourismus lebe von einer sauberen und intakten Umwelt, betonte auch der Obmann der Tourismussparte in der Wirtschaftskammer Österreich, Hans Schenner. Daher müsse diese Branche besonders schonend mit der Umwelt umgehen. Die Aussage Prölls, auf Fernreisen zu verzichten, sei möglicherweise ein versteckter Hinweis auf Urlaub am Bauernhof, meinte Schenner mit einem Augenzwinkern. Ein Verzicht auf Fernreisen sei unrealistisch und würde auch dem heimischen Tourismus schaden, wenn Auslandsgäste dieser Aufforderung nachkommen: "Urlaub ist keine Einbahnstraße. Wir können nicht davon ausgehen, dass alle mit dem Auto anreisen." (apa/red)