Keine Lösung bei Kreditklemme in Sicht:
Unternehmen kommen schwerer zu Geld

Umfrage: 30 Prozent haben schärfere Konditionen Kreditnachfrage trotz Krise um 8 Prozent gestiegen

Keine Lösung bei Kreditklemme in Sicht:
Unternehmen kommen schwerer zu Geld

Österreichs Firmen haben immer mehr Schwierigkeiten Kredite zu bekommen. Wie die Oesterreichische Notenbank auf Basis einer Umfrage bei zehn großen Unternehmen mitteilte, steigen nicht nur die Margen, sondern die Banken verlangen auch immer mehr Sicherheiten und gewähren Finanzierungen nur noch für kürzere Laufzeiten.

Eine Sonderbefragung des Wirtschaftsforschungsinstituts vom März belegt die Probleme: 30 Prozent der Unternehmen berichten, dass sich für bestehende Kredite die Kreditbedingungen in den letzten drei Monaten verschärft hätten, bei neu aufgenommenen Krediten sogar 36 Prozent. Bei den großen Unternehmen registrierte gar die Hälfte eine Verschärfung.

Gestiegene Margen
Fast alle Unternehmen berichten laut OeNB über stark gestiegene Margen bei allen Formen der Außenfinanzierung, in der Mehrzahl der Fälle bereits seit Sommer 2007. Einige Betriebe sind laut OeNB mit Kürzungen von Kreditlinien konfrontiert oder müssen ihre fällig werdenden Zahlungsverpflichtungen teilweise aus dem Cash Flow finanzieren. Gleichzeitig berichteten beinahe alle befragten Unternehmen über Schwierigkeiten, Anleihen zu begeben bzw. Eigenkapital aufzunehmen.

Die Kreditnachfrage und -vergabe hatte im 2. Halbjahr 2008 trotz Krise im Schnitt noch um 8 Prozent zugenommen. Auch im Jänner und Februar wuchs das Kreditvolumen noch um 7,7 bzw. 6,3 Prozent, im Vergleich zum jeweiligen Vormonat hat sich das Wachstum laut OeNB allerdings verlangsamt. Lagen die monatlichen Veränderungsraten im November und Dezember noch bei plus 1,8 und 2 Prozent, gab es im Jänner einen Rückgang um 0,6 Prozent und im Februar Stagnation zum Vormonat.
(apa/red)