Keine Inszenierung von

Austro-Künstlerin Sinah
erfrischend natürlich

Sängerin überwindet sich in Musikvideo zu "Blame Me" selbst - und begeistert damit

Düstere Synths, Bässe und Trip Hop-Elemente bilden die Soundkulisse, die die österreichische Künstlerin Sinah kreiert hat. Ein Sound, der sich zwischen R’n’B, Electronic und experimentellem Pop bewegt. Nun gibt es zur Single "Blame Me" ihr erstes Video, in der sich die Sängerin erfrischend natürlich zeigt - und begeistert damit.

„In den letzten Jahren habe ich mich intensiv mit meiner persönlichen Entwicklung auseinandergesetzt und herausgefunden,wo meine Baustellen sind. Ich musste mir eingestehen, dass mir manche Dinge schwerer fallen als anderen. Beziehungen eingehen, lockersein, Kontrolle abgeben und Gefühle zulassen, zum Beispiel“, so die 26-jährige Musikerin und Journalistin. Sie schreibt über Einsamkeit, Zurückweisung, das eigene Ego und darüber, wie schwer es manchmal sein kann, sich zu öffnen und sich selbst anzunehmen. Schwerer Stoff also, verpackt in noch schwerere Sounds.

Kein glattgebügeltes Postergirl

Sinah will sich lieber selber überwinden, anstatt sich als glattgebügeltes Electro-Pop-Postergirl zu inszenieren. Deshalb ist sie in ihrem Video zur Single „Blame Me“ in manchen Szenen auch völlig ungeschminkt zu sehen. „Mich selbst so brutal natürlich zu sehen, das war anfangs sehr schmerzlich. Ich dachte mir, ‘Fuck, schau’ ich wirklich so aus?!’, aber im Endeffekt zeigt es eben genau das, was ich zeigen wollte. Das bin halt ich: Ich habe keine perfekte Haut. Und trotzdem ist meine Haut mein Berührungspunkt mit der Außenwelt. Durch sie kann ich kommunizieren. Wir sollten die Haut, in der wir leben, respektieren und beschützen, anstatt sie ständig zu kritisieren", so die Sängerin.

sinah blame me
© SINAH

Geplagt von Selbstzweifeln

Unsicherheiten im Bezug auf Aussehen und Beziehungen hat Sinah schon vor der Musik lange in Blogtexten verarbeitet. Doch das Bloggen reichte nicht mehr als Ausdrucksmittel. „Musik gemacht habe ich schon immer. Ab 18 konnte ich plötzlich keinen einzigen Song mehr fertig schreiben. Ich hatte immer mit Selbstzweifeln zu kämpfen.Aber in dieser Zeit dachte ich, meine Gedanken werden für immer in meinem Kopf festsitzen, mich kaputt machen und an allem hindern, was ich eigentlich machen möchte.“

Heute setzt sie sich bewusst mit ihren Unsicherheiten auseinander:„Mittlerweile glaube ich, dass es die Aufgabe einer Künstlerin ist, sich selber zu überwinden.“ Seit zwei Jahren arbeitet Sinah tagsüber als Journalistin und macht ihren Magister in Publizistik-und Kommunikationswissenschaft. In der Nacht ist sie Musikerin: „Es fiel mir immer schwer, andere Menschen in meine Gedanken und Gefühle zu involvieren und mich wirklich zu öffnen. Schreiben und Musik machen hilft mir dabei, mich auszudrücken und über Dinge zu reden, die mir eigentlich unangenehm sind.“

sinah blame me
© SINAH

Info:
Single "Blame Me", VÖ: 10. Dezember 2017
EP: "Narcissist", VÖ: 29. Jänner 2018
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