Keine Feierstimmung beim Wahlsieger: Gusenbauer sieht klares Signal der Wähler

Nicht nur die eigenen Verluste schmerzen die SPÖ Klubchef Cap: Haben die Botschaft verstanden

Keine Feierstimmung beim Wahlsieger: Gusenbauer sieht klares Signal der Wähler

Keine wirkliche Feierstimmung wollte bei der SPÖ, die als erster aus der Wahl hervorgegangen ist, aufkommen. Unter der Hand wollten manche nicht einmal von einem Sieg sprechen. Was der SPÖ wehtut, sind nicht nur die eigenen Verluste, sondern auch die Gewinne der Rechtsparteien. Das bestätigte auch der scheidenden Bundeskanzler Alfred Gusenbauer bei seinem Statement beim Eintritt in die Parteizentrale.

Die ersten Hochrechnungen wurden teilweise mit langen Gesichtern zur Kenntnis genommen, auch wenn man sich gleichzeitig über den noch stärkeren Verlust der ÖVP freute. Die Zugewinne für FPÖ und BZÖ wurden jedoch mit Staunen beobachtet.

Gefragt, ob er mit dem Ergebnis zufrieden sei, meinte Gusenbauer, wichtig sei, dass die Kalkulation der ÖVP nicht aufgegangen sei. Die Verluste der SPÖ und die Zugewinne der Rechtsparteien bezeichnete er als bedauerlich, die Bevölkerung habe damit ein klares Zeichen des Protestes gesetzt. Dieser massive Protest habe aber nicht nur die ÖVP betroffen. Gusenbauer geht auch davon aus, das SPÖ-Chef Werner Faymann den Regierungsauftrag bekommt.

SPÖ-Klubchef Josef Cap meinte, man habe die Botschaft verstanden und werde versuchen, die Protest-und Nichtwähler zurückzugewinnen. Dass es wieder zu einer großen Koalition mit ÖVP-Chef Wilhelm Molterer kommen könnte, schloss Cap nicht aus, die SPÖ könne sich ja nicht aussuchen, wer auf der anderen Seite sitze. Gusenbauer rechnet hingegen mit Veränderungen. Cap schloss einmal mehr eine Koalition mit FPÖ und BZÖ aus. Auf anderslautende Spekulationen wollte er sich nicht einlassen. Außerdem gehe sich eine rot-blaue Koalition wahrscheinlich auch mandatsmäßig nicht aus, so Cap auf eine entsprechende Frage.

Faymann: ÖVP 1. Ansprechpartner
SPÖ-Chef Werner Faymann hat in seinem ersten Statement nach der Wahl die ÖVP als ersten Ansprechpartner genannt, aber eine Minderheitsregierung nicht ausgeschlossen. Diese sei jedoch nicht anstrebenswert. Einmal mehr deutlich ausgeschlossen wurde von Faymann eine Koalition mit FPÖ oder BZÖ.

"Denkzettel für ÖVP"
"Die ÖVP hat einen Denkzettel bekommen, weil sie die Neuwahlen vom Zaun gebrochen hat. Auch die SPÖ war in der Regierung dabei, sie hat den kleineren Denkzettel bekommen", stellte der burgenländische SP-Vorsitzende Hans Niessl fest. Die Menschen würden sich erwarten, dass gearbeitet wird, nicht gegenseitig blockiert.

"Natürlich" sei man mit dem Minus nicht zufrieden. Die SPÖ sei aber die stimmenstärkste Partei und das sei ein Auftrag für den Bundesvorsitzenden Werner Faymann, Bundeskanzler zu werden. Über das Burgenland-Ergebnis der SPÖ zeigte sich Niessl zufrieden, da der Abstand zur ÖVP weiter vergrößert werden konnte. "Die Sozialdemokraten im Burgenland haben einen großen Teil ihrer Wahlziele erreicht. Sie sind mit Abstand die größte Landespartei", erklärte der Landeshauptmann.

(apa/red)