Keine Entspannung bei Flüchlingskrise in Sicht: Lebensmittelpreise als Katalysator

Flüchtlingskommissar kritisiert Einwanderungspolitik "Preisanstiege führen zu Instabilität und Konflikten"

Keine Entspannung bei Flüchlingskrise in Sicht: Lebensmittelpreise als Katalysator © Bild: Reuters

Wegen des weltweiten Anstiegs der Lebensmittel- und Energiepreise droht nach Einschätzung des UN-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR eine Verschärfung der weltweiten Flüchtlingskrise. "Extreme Preisanstiege haben in vielen Orten zu Instabilität und Konflikten geführt, mit dem sehr realen Potenzial, zur Flucht zu führen", sagte UNHCR-Chef Antonio Guterres am Freitag anlässlich des Weltflüchtlingstag in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.

Neben den üblichen Gründen für eine Flucht würden neue Probleme wie der Klimawandel die Lage verschärfen. Nach Angaben der Weltbank haben sich die Lebensmittelpreise binnen drei Jahren verdoppelt. In einigen Ländern führt dies zu gewaltsamen Unruhen.

Guterres kritisierte zudem die Einwanderungspolitik vieler Staaten. In einigen Ländern werde im Kampf gegen illegale Einwanderung nicht richtig unterschieden "zwischen denen, die sich zur Auswanderung entschieden haben und denen, die durch Verfolgung und Gewalt zur Flucht gezwungen wurden". "Flüchtlinge beweisen unglaublichen Mut und Ausdauer beim Überwinden enormer Hürden, um sich ein neues Leben aufzubauen", betonte der UN-Flüchtlingskommissar. Sie müssten in ihren Gastländern Schutz finden, da Flüchtlingsrechte Menschenrechte seien. Ende 2007 gab es nach UN-Angaben weltweit 11,4 Millionen Flüchtlinge, die außerhalb ihres Heimatlands lebten, sowie 26 Millionen Binnenflüchtlinge.
(APA/red)