"Keine Diskriminierung"? Pater verweigert behinderten Menschen die Kommunion!

Pfarrer: Nicht alle können Sakramente empfangen Bischof Küng: Behinderte sind nicht ausgeschlossen

In Raxendorf (Bezirk Melk) hat ein Pfarrer behinderten Menschen die Kommunion verweigert. Benedikt Triebl verteidigt seine Handlung damit, dass Behinderte bestimmte Dinge nicht nachvollziehen könnten. Zuvor hatte der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng klargestellt, dass behinderte Menschen nicht von der Kommunion ausgeschlossen seien.

Pater Triebl sieht das offenbar anders. Er berief sich in der ZiB 2 auf die Konzilsdekrete. Diese würden bestimmte Sonderliturgien vorsehen - vor allem für Personen, die geistig einen "beträchtlichen Schaden genommen haben", wie Triebl meinte. Das sei "keine Diskriminierung", sondern die "Erkenntnis, dass nicht alle Personen alle Sakramente empfangen" könnten, so der Pfarrer.

Wie Küng betonte, bedürften behinderte Menschen in besonderer Weise der Zuwendung. "Es ist wichtig, dass auch sie vermittelt erhalten: Gott liebt uns alle, so wie wir sind. Er liebt auch sie, die Behinderten, und er will, dass wir sie lieben." Die Teilnahme an der Heiligen Kommunion setze innere Bereitschaft und entsprechendes äußeres Verhalten voraus. Bei Behinderten sei freilich gerade diesbezüglich viel Verständnis nötig. Anscheinend habe es - so Küng - bei einer Eucharistiefeier in Raxendorf "auch Missverständnisse" gegeben. Es werde in den nächsten Tagen Gespräche mit allen Beteiligten geben mit dem Ziel, "dass dadurch die nötige Klärung und gegenseitiges Verständnis erreicht werden", so der St. Pöltner Bischof. (apa/red)