Keine Chance auf einen Job: Asylwerber haben kaum Zugang zum Arbeitsmarkt

Rechtslage erschwert Möglichkeiten für Betroffene EQUAL-Projekt soll jetzt Verbesserungen bringen

Asylwerber und der österreichische Arbeitsmarkt - zwei Kontrapunkte, die sich momentan beinahe ausschließen. Das meint zumindest Michael Genner von "Asyl in Not". Auf Grund der derzeit geltenden Rechtslage sei der Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber nur in sehr beschränktem Ausmaß möglich. Verschärft werde die Situation durch die gesellschaftliche Marginalisierung dieser Gruppe.

Ein EQUAL-Projekt soll hier Verbesserungen bringen - in Wien informierten die Verantwortlichen am Freitag über das Projekt. Ein langer Verbleib außerhalb der Arbeitswelt erschwert die Reintegration in den Arbeitsmarkt, so Genner. Die Folgen sind Dequalifizierung, Motivationsverlust oder die Beschäftigung am Rande der Illegalität. Das EQUAL-Projekt "First Aid in Integration" soll Flüchtlinge, während sie auf die Entscheidung ihres Asylverfahrens warten, in Qualifizierungs- und Berufsorientierungskursen für den österreichischen Arbeitsmarkt vorbereiten.

Oft würden nämlich neben den gesetzlichen Rahmenbedingungen auch mangelhafte Deutschkenntnisse, fehlendes Wissen über soziale und politische Gegebenheiten in Österreich sowie geringe Informationen über alltägliche Vorgänge die Integration von Asylwerbern ins Erwerbsleben zusätzlich erschweren. Diese Defizite sollen bei fünf Modulen im Rahmen des EQUAL-Projekts behoben werden, betonte Reinhold Eckhard, Leiter des Projekts.

Derzeit sind 140 Asylwerber in den sechsmonatigen Kursen untergebracht. Der Andrang auf die begrenzten Plätze sei aber weitaus höher, berichtete Theodora Manolakos vom Projektbüro. Als größte Probleme wurde das "Verbot zu arbeiten, die Nicht-Anerkennung von Qualifikationen und rassistische Vorurteile" genannt. (apa)