Keine Bläser aber schlüssig: Van Morrison verzichtet auf Pomp und schafft neue Tiefen

Erstes Album mit eigenen Kompositionen seit 2005 Reichhaltige Einflüsse in den elf Songs zu derkennen

Keine Bläser aber schlüssig: Van Morrison verzichtet auf Pomp und schafft neue Tiefen © Bild: Universal Music

Mit „Keep It Simple“ legt Van Morrison sein 35. Album vor, das er eigenhändig produziert hat. Es handelt sich dabei um seine erste LP mit neuen Kompositionen seit dem Jahr 2005. Zugleich ist es das erste Album nach langer Zeit, bei dem er sämtliche Songs eigens für ein Album geschrieben hat. Und natürlich vereint Morrison mit seiner neuen LP die ganze Palette seiner Einflüsse: Jazz, Folk, Blues, die Musik der Ulster-Scots, Country, Soul und Gospel. Diese verwebt er jedoch allesamt zu einem schlüssigen Ganzen und kreirt somit ganz beiläufig seinen einzigartigen Trademark-Sound.

Nun ist „Keep It Simple“ allerdings kein Album, auf dem majestätische Bläser oder überdimensionale Streicher-Arrangements zu hören sind. In dieser Hinsicht unterscheidet es sich deutlich von einigen der Vorgängeralben. Was es jedoch ist: Eine durch und durch schlüssige LP, die mit hinreißenden Songs besticht, zutiefst emotionalen Stücken, die tiefsinnig und einfach nur wunderschön sind –, und obendrein kann man auf „Keep It Simple“ auch Vans einzigartiges Saxophonspiel genießen. Lange Zeit war er unterwegs; weit ist Van Morrison gereist, seit seinen ersten Gehversuchen in Belfast; doch letztlich stehen wir heute an demjenigen Punkt, an dem der Mann, den Bob Geldof einst als „das einzig wahre musikalische Genie in Irland“ bezeichnete, zu derjenigen Maxime zurückgekehrt ist, die auch als Titel seines kommenden Albums fungiert.

(red)

Van Morrison - Keep It Simple - Exile Productions Ltd.