Keine Aussicht auf Besserung: Brände
hüllen Indonesien und Malaysia in Rauch

Flüge fallen aus, Licht am Tag wird selbstverständlich Luftqualität liegt schon weit in ungesunden Werten

Malaysia setzt sich angesichts der dramatischen Luftverschmutzung durch illegale Brandrodung in Indonesien für einen länderübergreifenden Krisenstab ein. Indonesien müsse ein entsprechendes Abkommen der ASEAN-Staaten unterzeichnen, forderte der malaysische Umweltminister Azmi Khalid. Dutzende Flächenbrände auf Borneo und Sumatra haben in den vergangenen Tagen große Teile von Indonesien, Malaysia und Singapur in Rauch und Dunst gehüllt.

In einigen Gebieten verdunkelte dichter Rauch den Himmel, so dass Flüge ausfielen und Autofahrer auch tagsüber das Licht einschalten mussten. Die Feuerwehr erklärte, die illegal gelegten Brände seien außer Kontrolle. Erst der Monsunregen, der im nächsten Monat einsetzen dürfte, könne die Flammen löschen.

In Malaysia registrierte keine der 51 Messstationen saubere Luft. An 21 Stationen, unter anderem in Kuala Lumpur, wurde die Qualität als ungesund eingestuft. Tags darauf entspannte sich die Situation wieder ein wenig.

In Singapur wurde die schlechteste Luftqualität seit Jahresbeginn gemessen. Ein Index für Luftverschmutzung erreichte am Samstag in dem Land 150 Punkte. Als ungesund gelten Werte über 100, bei 50 und niedriger ist die Atemluft gut. In der am schlimmsten vom Rauch betroffenen Region in Malaysia wurden sogar Werte von 221 gemessen. Der höchste Grad von Verschmutzung war 1997 mit 226 Punkten gemessen worden.

Die Brände werden während der Trockenzeit alljährlich von Bauern oder landwirtschaftlichen Unternehmen illegal gelegt, um auf billige Weise Land für Plantagen zu roden, zumeist für Palmöl. Die meisten Feuer wüten auf Torfboden und schwelen oft unterhalb der Erdoberfläche, wie ein Feuerwehrsprecher auf der Insel Jambi sagte. Die Brände seien daher sehr schwer zu bekämpfen.

1997 und 1998 entstand der Region bei einer ähnlichen Krise ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 9,3 Milliarden Dollar (7,3 Milliarden Euro). Der stellvertretende malaysische Ministerpräsident Najib Razak forderte die südostasiatischen Staaten am Samstag auf, Indonesien bei der Brandbekämpfung finanziell zu unterstützen. Dem Nachbarland fehle es an Mitteln, um des Problems alleine Herr zu werden.

Der malaysische Umweltminister Azmi appellierte an Indonesien, die für die Brände verantwortlichen Unternehmen und Landwirte zur Rechenschaft zu ziehen. Außerdem müsse Indonesien das ASEAN-Abkommen aus dem Jahr 2002 ratifizieren, in dem der Verband der Südostasiatischen Staaten Maßnahmen zum Kampf gegen die Luftverschmutzung beschlossen hatte. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung eines länderübergreifenden Koordinationszentrums, das eine schnelle Reaktion gewährleisten soll. Er wisse nicht, warum Indonesien sich so zögerlich verhalte, sagte Azmi der Zeitung "Sunday Star".

(apa/red)