Kein Vertrag für den Staatsopernchef: Laut
NEWS hat Welser-Möst nicht unterschrieben

Inhaltliche Bedenken beim renommierten Dirigenten "Befugnisse und Verantwortungen" noch nicht geklärt

Kein Vertrag für den Staatsopernchef: Laut
NEWS hat Welser-Möst nicht unterschrieben

Der seit Juni designierte Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper, Franz Welser-Möst, hat seinen Vertrag aus inhaltlichen Gründen noch nicht unterschrieben. Auch sein Gehalt wurde noch nicht festgelegt. Das bestätigt der österreichische Dirigent in einem Interview für die aktuelle NEWS-Ausgabe. NEWS hatte in der Vorwoche aus einer entsprechenden Parlamentarischen Anfrage des früheren Kunststaatssekretärs Morak zitiert.

"Es geht um einige lustige Punkte, die in bester Tradition österreichischen Beamtentums standen", umschreibt Welser-Möst seine Probleme mit dem von der Staatsopern-Administration ausgearbeiteten Vertragsentwurf. Dann präzisiert er: Es gehe um die Verantwortlichkeiten des Generalmusikdirektors gegenüber dem Intendanten. "Genau das ist der Punkt, in dem wir verhandeln. Der erste Entwurf war mir da einfach zu undeutlich. Ich will keine 500-Seiten-Verträge, sondern einen einfachen Vertrag, der meine Befugnisse und Verantwortungen regelt. Ich muss echten Einfluss auf das gesamte musikalische Personal haben. Die Verträge unterschreibt natürlich der Direktor, aber wenn ich z. B. über die Anstellung von Korrepetitoren nicht mitreden kann, bin ich kein Musikdirektor. Auch die Mitglieder des Ensembles prägen das Gesicht des Hauses." Sein Gehalt stehe noch nicht fest: "Das verhandle ich immer zuletzt. Erst müssen die Rechte und Pflichten abgesteckt sein, dann kann man herauszufinden beginnen, wieviel das wert ist."

Der Vertragsentwurf liege bei seiner Managerin. Er erwarte sich die Unterzeichnung spätestens zur "Walküre"-Premiere am 2. Dezember. Spannungen mit dem designierten Intendanten Dominique Meyer bestünden keine, auch die von der Kunstministerin intendierte Tandem-Lösung sieht Welser-Möst de facto verwirklicht: "Er sitzt vorne, ich hinten. Das Verhältnis war sofort unkompliziert. Meyer hat z. B. vom ersten Tag unserer Designierung an mit mir besprochen, wer im Ensemble bleibt und wer geht. Das Ganze muss jetzt nur noch in eine Vertragsform gegossen werden. Wir telefonieren ständig über Pläne und Besetzungen, und jetzt, wo ich in Europa bin, werden wir einander regelmäßig treffen."

Das Kunstministerium kündigte in der Vorwoche die Vertragsunterzeichnung "innerhalb der nächsten Tage" an.

Die ganze Story lesen Sie im aktuellen NEWS Nr. 43/07!