Kein Ringen um Luft mehr? Internationales Forscherteam fand mögliches Asthma-Gen

Verursacher für Atemnot im Kindesalter entdeckt Auch Wiener Universitäts-Klinik an Arbeiten beteiligt

Kein Ringen um Luft mehr? Internationales Forscherteam fand mögliches Asthma-Gen

Ein Gen, das offenbar eine große Rolle bei der Entstehung von Asthma im Kindesalter spielt, hat ein internationales Wissenschafter-Team entdeckt. Die Arbeiten, an der auch Thomas Frischer von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der Medizinischen Universität Wien (MUW) beteiligt war, wurden in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature" veröffentlicht.

Die Forscher aus Großbritannien, Deutschland, USA, Frankreich und Österreich untersuchten über 2.000 Kinder mit und ohne Asthma-Erkrankung. Nachdem frühere Studien über den Zusammenhang zwischen Genetik und kindlichem Asthma keine eindeutigen Ergebnisse geliefert hatten, analysierten Genetiker insgesamt 300.000 Abschnitte des Erbguts der Kinder.

Bisher war vielfach vermutet worden war, dass die Erkrankung polygenetisch bedingt sein könnte, dass also viele Gene eine Rolle spielen. "Die aktuellen Ergebnisse lassen dagegen Spekulationen zu, dass doch ein einzelnes Gen die Hauptverantwortung für die Erkrankung trägt", so Frischer gegenüber der APA. Das Gen, das gefunden wurde, ist auf dem Chromosom 17 lokalisiert und produziert ein Protein namens ORMDL3, das im so genannten Endoplasmatischen Reticulum (einem Zell-Organell) eine Rolle spielen dürfte.

Genaue Funktionen des Proteins sind allerdings noch nicht geklärt, es steht nur weitgehend fest, dass eine Mutation des entsprechenden Gens eine deutliche Korrelation mit Asthma hat. Im Laufe der Studie zeigte sich, dass das Gen bzw. das veränderte Gen für 60 bis 70 Prozent der Asthma-Fälle verantwortlich ist. "Das ist vergleichsweise ein sehr deutlicher Zusammenhang", betonte Frischer.

Nun müssen die Wissenschafter daran gehen, die Funktion des Gens bzw. des Genprodukts ORMDL3 genau zu ergründen. Das geschieht beispielsweise mit Versuchstieren, in denen das betreffende Gen ausgeschaltet wurde. Sind die Mechanismen geklärt, können die Mediziner auch an mögliche Medikamente denken, welche erstmals Asthma im Kindesalter an der Wurzel packen und nicht nur Symptome bekämpfen. (apa)