Kein Platz für Walchhofer: Trotz Bestzeiten in ÖSV-Qualifikation Zuschauer im Super-G

Maier, Scheiber, Gruber und Strobl in Aare mit dabei Strobl selbstsicher: "Bin kein Joker, bin ein Ass"<br>PLUS: Ihre Meinung - ÖSV-Entscheidung richtig?

Die Nominierung des österreichischen Quartetts für den WM-Super-G der Herren ist zum Marathon und zu einer schweren Geburt ausgeartet. Erst rund acht Stunden nach den teaminternen Zeitläufen gaben Alpinchef Hans Pum und Herrenchef Toni Giger bekannt, dass neben den Fixstartern Hermann Maier und Mario Scheiber auch Christoph Gruber und Fritz Strobl mit von der Partie sein werden.

Michael Walchhofer, der in zwei Zeitläufen zweimal der Schnellste gewesen war, muss beim WM-Auftaktbewerb ebenso zuschauen wie die ebenfalls in der Quali am Start gewesenen Georg Streitberger und Hannes Reichelt. "So etwas dauert eben seine Zeit. Die Vorleistungen und Zeitläufe haben den Ausschlag zu Gunsten von Fritz Strobl gegeben", meinte Giger.

Da sich Gruber nach seiner Knieverletzung in Aare fit präsentierte ("Ich bin komplett schmerzfrei"), ging Ticket Nummer drei wie zuvor angekündigt an den Tiroler. Das Rennen um den letzten Startplatz fand dann zwischen Walchhofer und Strobl statt. Walchhofer war zwar um 0,07 und 0,03 Sekunden schneller als Strobl, die Vorgabe war jedoch, dass Walchhofer auf Grund der bisherigen Saisonergebnisse deutlich schneller als Strobl sein hätte müssen.

Laut Giger habe vor allem Strobls fünfter Rang in Hinterstoder den Ausschlag gegeben. Damals hatte der Kärntner nur um 0,03 Sekunden das Stockerl verpasst. Walchhofer hatte als bestes Ergebnis Rang 13 beim Auftakt in Lake Louise geschafft. In der Rolle eines "Jokers" sieht sich Strobl nun keinesfalls. "Ich würde eher sagen, dass ich ein Ass bin. Ich bin nach Schweden gekommen, um im Super G zu starten. Für den Michi Walchhofer tut es mir Leid, aber die Vorgabe war, dass er eine Ausnahmeleistung bringen muss", so Strobl zuversichtlich.

Für Walchhofer waren die positiven Tests auf jeden Fall eine Motivationsspritze für seinen Hauptbewerb Abfahrt am 10. Februar. "Es war wichtig, dass ich gesehen habe, dass ich hier schnell sein kann", so der Abfahrts-Weltmeister 2003.

Die Weltcup-Ergebnisse der Österreicher, die in Aare vom ÖSV für den Super G bei den 39. Alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Aare nominiert wurden und jener, die nach den teaminternen Zeitläufen keine Berücksichtigung fanden:

ÖSV-Super-G-WM-Team der Herren:
. LL GRÖ HIN
Hermann Maier 4. dis. 3.
Christoph Gruber 15. 2. 19.
Mario Scheiber 2. 21. out
Fritz Strobl n.g. 13. 5.
Nicht berücksichtigt:
Georg Streitberger 22. 6. 7.
Hannes Reichelt 16. 16. 32.
Michael Walchhofer 13. 26. 33.

Legende:
LL = Lake Louise
GRÖ = Gröden
HIN = Hinterstoder
dis. = disqualifiziert
n.g. = nicht gestartet
out = ausgeschieden

(apa)