Kein Platz für Superfund in der Formel 1:
WM 2010 mit allen aktuellen Rennställen

Neueinsteiger heißen Campos, Manor und US F1 Streitereien scheinen aber munter weiterzugehen

Kein Platz für Superfund in der Formel 1:
WM 2010 mit allen aktuellen Rennställen © Bild: Reuters

Das Formel-1-Erdbeben hat nicht stattgefunden. Alle zehn aktuellen Teams werden gemäß offizieller Startliste des Automobil- Weltverbands FIA an der WM 2010 teilnehmen. Hinzu kommen drei Neulinge, es sind dies das US-amerikanische Team U.S. F1, die britische Truppe Manor Grand Prix sowie die spanische Mannschaft Campos Grand Prix. Abgeblitzt mit der Bewerbung ist hingegen das Team Superfund, das mit dem langjährigen österreichischen Formel-1-Piloten Alexander Wurz als Teamchef in die Königsklasse einsteigen wollte.

Ganz vorbei ist der Konflikt zwischen der FIA und den Teams allerdings noch nicht, denn die Nennungen der fünf Teams McLaren, BMW-Sauber, Renault, Toyota und Brawn wurden seitens der FIA als unter Vorbehalt verkündet. Weitere Lösungsversuche soll es bis 19. Juni geben.

Abgelehnte Interessenten wie Superfund können somit immerhin noch hoffen, dass die Gespräche zwischen der FIA und den fünf Teams scheitern. Wie die fünf Vorgeladenen hatten eigentlich auch Ferrari und die beiden Dietrich-Mateschitz-Rennställe Red Bull Racing und Toro Rosso ihre Nennungen für 2010 an Bedingungen geknüpft gehabt.

Streitereien gehen weiter
Doch deren Teilnahme wurde seitens der FIA bedingungslos und hundertprozentig vermeldet. Womöglich hat das Trio die Forderungen im letzten Moment zurückgezogen. Das bestreitet Red Bull jedoch via Pressemitteilung, in der man betont, dass die Nennung bis zuletzt an Bedingungen geknüpft gewesen sei und man weiterhin voll hinter der Teamvereinigung FOTA stehe.

Genau das tat auch Ferrari unmittelbar nach der FIA-Entscheidung. Die Italiener stellten mit Nachdruck klar, weiter auf den gestellten Bedingungen zu beharren und gegebenenfalls im kommenden Jahr nicht an den Start zu gehen. "Um jeden Zweifel zu vermeiden, bestätigt Ferrari noch einmal, dass es nicht unter den Regeln fahren wird, die von der FIA entgegen Ferrari-Rechten und einer schriftlichen Vereinbarung mit der FIA, beschlossen wurden", hieß es in der Mitteilung aus Maranello.

Bei den neuen Teams handelt es sich bei Campos und Manor um bisherige Formel-3-Rennställe, US F1 ist hingegen gänzlich neu. Die Motorenbelieferung nimmt in allen drei Fällen Cosworth vor.

Die Veröffentlichung des Teilnehmerfeldes für 2010 sollte eigentlich den vorläufigen Schlusspunkt hinter eine Phase setzen, in der der Machtkampf zwischen der FIA und der FOTA das Fortbestehen der Formel 1 arg ins Wanken gebracht hatte. Kern des Streits war bzw. ist der Plan von FIA-Boss Max Mosley, dass ab 2010 eine freiwillige Budgetobergrenze von 45 Mio. Euro pro Team eingeführt wird.

Ferrari und Co. waren dagegen Sturm gelaufen, Mosley soll nun im letzten Moment von seiner Linie zumindest ein wenig abgerückt sein. Ein Meeting zwischen der FIA und der FOTA am Donnerstag hat scheinbar den vorläufigen Durchbruch gebracht. Angenommen wird, dass Mosley den Vorschlag der Teamvereinigung, die Budgetlimits schrittweise zu senken, akzeptiert hat. Demnach würde die Grenze in der nächsten Saison bei 100 Millionen, in der Saison 2011 bei 45 Millionen Euro liegen.

(apa/red)