Kein OPEC-Sondertreffen nach Preisverfall: Länder befinden selbst über Ölförderkürzung

Saudis lehnen Senkung der Produktionsquoten ab

Die OPEC wird nach dem starken Verfall der Ölpreise nun doch kein Sondertreffen abhalten. Die elf OPEC-Staaten sollen demnach nun individuell über eine Kürzung ihre Ölproduktion entscheiden. Das nächste offizielle Treffen findet am 14. Dezember in Nigeria statt. In der vergangenen Woche war ein außerordentliches Treffen am 18. und 19. Oktober in Wien im Gespräch gewesen.

Nigerias Ölminister Edmund Daukoru hatte die Mitgliedstaaten in einem Schreiben zu Wochenbeginn zu einer Kürzung der Ölproduktion um insgesamt eine Million Fass pro Tag aufgefordert. An den internationalen Ölmärkten waren zuvor jedoch bereits Zweifel aufgetaucht, dass diese Kürzung tatsächlich erfolgen werde.

Analysten erklärten, die vor allem von kleineren OPEC-Länder wie Algerien oder Nigeria geforderte offizielle Kürzung der Förderquote finde offenbar in Hinblick auf den bevorstehenden Winter nicht die Unterstützung Saudi-Arabiens und werde daher wohl kaum umgesetzt.

Die offizielle Förderquote der OPEC liegt seit Juni vergangenen Jahres unverändert bei 28 Mio. Fass. Die tatsächliche Fördermenge der OPEC wird von Experten derzeit allerdings auf rund 30 Millionen Fass pro Tag geschätzt.

Die Ölpreise haben heuer im Juli ein neues Rekordniveau von über 78 Dollar je Fass (159 Liter) erreicht. Seither sind die Preise aber wieder um ein Viertel gefallen. Ungeachtet der Diskussion um die Senkung der OPEC-Förderquoten, sank der Durchschnittspreis für ein Fass aus den Fördergebieten des Kartells am Dienstag erneut um 39 Cent auf 55,31 Dollar, wie das OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte.

(apa/red)