Kein Nutznießer der geplatzten Koalition:
Auch Schmidt schafft kein LIF-Comeback

15 Jahre nach Parteigründung bei Wahl gescheitert Liberale seit 1999 nicht mehr im Parlament vertreten

Kein Nutznießer der geplatzten Koalition:
Auch Schmidt schafft kein LIF-Comeback © Bild: APA/Schlager

Es hat nichts geholfen, dass Parteigründerin Heide Schmidt aus ihrer Politpension zurückgekehrt ist: Auch sie als Spitzenkandidatin konnte dem Liberalen Forum nicht zum Comeback verhelfen. 15 Jahre nach der Parteigründung verpasst das LIF den Einzug in den Nationalrat klar. Im Sommer hatten die Umfragen noch viel Platz für Kleinparteien gesehen. Die damals konstatierte Verärgerung über die geplatzte Große Koalition hat sich zwar bestätigt. Profitiert haben davon aber die Rechtsparteien und nicht das Liberale Forum.

Nachdem die Umfragewerte im Lauf des Wahlkampfes ohnehin schon schmolzen, wurde der LIF-Parteichef Alexander Zach zuletzt noch ein Opfer des Wahlkampfes. Wegen der Vorwürfe, mit seiner PR-Agentur für den Eurofighter-Hersteller EADS lobbyiert zu haben, trat er in der Woche vor der Wahl zurück.

Mit laut den Hochrechnungen um die zwei Prozent schnitt das LIF zwar doppelt so gut ab wie beim letzten Versuch 2002, als man nur mehr ein Prozent schaffte. Aber für den Wiedereinzug in den Nationalrat wären noch einmal doppelt so viel, nämlich vier Prozent nötig gewesen.

NR-Aus im Jahr 1999
Die hatte das LIF zu Beginn - nachdem sich Schmidt mit vier weiteren Abgeordneten von der Haider-FPÖ abgespaltet hatte - ohne Probleme geschafft. 6,0 Prozent erreichten die Liberalen bei der NR-Wahl 1994, 5,5 Prozent bei der vorgezogenen Neuwahl 1995. Aber schon 1999 war es vorbei: Mit nur mehr 3,7 Prozent flog das LIF aus dem Nationalrat - und in der Folge auch aus den beiden Landtagen, in denen man noch vertreten war, in der Steiermark und Wien.

Heide Schmidt zog sich zurück, die Parteifinanzen waren empfindlich geschmälert und das LIF kam nur noch mit teils sehr heftigen internen Auseinandersetzungen in die Schlagzeilen. 2002 scheiterte das erste Nationalrats-Comeback mit Reinhard Jesionek an der Spitze. 2006 trat man gar nicht mehr eigenständig an, sondern empfahl die Wahl der SPÖ - wofür Zach ein Mandat bekam. Der Traum, bei der heurigen Wahl wieder eigene Mandate zu erobern, ist heute geplatzt. (apa/red)