Kein Mut zur Flexibilität: Nur jeder vierte Europäer zieht wegen Arbeit ins EU-Ausland

Ein Drittel würde wegen Partner & Familie wegziehen Spidla fordert erneut Aufhebung der Übergangsfristen

Nur jeder vierte Europäer lässt wegen der Arbeit in einem anderen EU-Land nieder. Laut EU-Studie verlässt demnach ein Drittel der Befragten wegen ihres Partners oder der Familie die Heimat. 24 Prozent der Europäer zieht es wegen der besseren Lebensqualität in ein anderes Land der Europäischen Union. Die Studie untersuchte die Einstellung von 5.000 EU-Bürgern in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien.

Vor allem Frankreich und Spanien werden wegen der besseren Lebensumstände bevorzugt. Auf die iberische Halbinsel und nach Italien zieht es vorrangig Pensionisten. Menschen, die nach Deutschland ziehen, suchen eher körperliche Arbeit, nach Großbritannien verschlägt eher Facharbeiter. "Der typische durchschnittliche Migrant innerhalb der EU stammt aus der Mittelschicht, ist qualifiziert und gut ausgebildet, geht in der Regel im Bestimmungsland einer nichtmanuellen Arbeit nach und hat eine positive Einstellung zur EU", teilte die EU-Behörde mit. Insgesamt leben nur zwei Prozent der Europäer in einem anderen EU-Land.

EU-Sozialkommissar Vladmir Spidla bekräftigte die Forderung nach Aufhebung der Übergangsfristen für die Zulassung osteuropäischer Arbeitnehmer auf die Arbeitsmärkte der alten EU-Länder. "Ich begrüße die Nachricht, dass einige Länder ihre Beschränkungen für diese zweite Übergangsfrist aufheben werden, und hoffe, dass vor Ablauf der Frist am 30. April noch einige andere hinzukommen werden", sagte er bei einem Treffen von Vertretern der 25 Regierungen mit den europäischen Sozialpartnern.

Finnland, Spanien und Portugal haben bereits angekündigt, die Beschränkungen für die acht neuen Mitgliedsländer aufzuheben. Frankreich hat eine Öffnung in bestimmten Sektoren angedeutet. Österreich und Deutschland wollen die Übergangsfristen verlängern. Großbritannien, Schweden und Irland haben ihre Arbeitsmärkte von Anfang an für die Osteuropäer geöffnet.

(apa/red)