Kein Kommentar zu "Vizekanzler": Grasser will auch künftig nur Finanzminister bleiben

Auch Funktion unter SP-Kanzler nicht ausgeschlossen Debatte um Bankenausschuss "völlig uninteressant"

Finanzminister Karl-Heinz Grasser hält sich hinsichtlich seiner persönlichen Zukunft weiterhin bedeckt. Wenn er in der Politik bleibe, "dann als Finanzminister" sagte er in einem Radio-Interview. Denn das Finanzministerium sei "das Zentrum der Gestaltung". "Gar nicht kommentieren" wollte Grasser, ob er sich vorstellen könnte, Vizekanzler zu werden.

Angesprochen auf seine Aussage vor der Wahl, dass er unter einem Bundeskanzler Alfred Gusenbauer nicht mehr Minister bleiben wolle, meinte er in der ORF-Radioreihe "Im Journal zu Gast": "Da konnte man ja noch nicht wissen, wie diese Wahl ausgeht." Jetzt wollte er das jedenfalls nicht mehr ausschließen - und schränkte nur ein, dass für seine Entscheidung in erster Linie das Regierungsprogramm ausschlaggebend sei. "Nicht wichtig" sei für ihn, "was die SPÖ über mich denkt".

Spaß an seiner Arbeit hat Grasser noch, wenngleich es "schon lustiger war". Und sein Frau, Fiona Swarovski, rate ihm weiterzumachen, wenn es ihm Freude mache.

Die aktuellen Debatten über die Kontrollbefugnisse des Banken- Untersuchungsausschusses sind für den Minister nur ein "Sturm im Wasserglas" und eine "völlig uninteressante Diskussion". Denn die Finanzmarktaufsicht (FMA) habe ihm versichert, dass sie im Rahmen des rechtlich Möglichen "voll kooperationsbereit" sei. "Sehr wichtig" sei für ihn, dass alle Fraktionen das Bankgeheimnis außer Streit stellen. Den Ausschuss an sich kritisierte er neuerlich als schädlich für den Wirtschaftsstandort. (apa)