Kein Halbe-Halbe bei Beschäftigten in Ministerien: 40% weiblich, 60% männlich!

Polizei und Bundesheer weiter fest in Männerhand

60:40 steht es zwischen den männlichen und weiblichen Mitarbeitern in den österreichischen Bundesministerien. Insgesamt hatten die zwölf Ressorts (inklusive Bundeskanzleramt) mit Stichtag 1. Juli 2005 genau 168.903 Bedienstete, davon waren nur 64.552 oder 38,2 Prozent weiblich.

Besonders groß ist das geschlechtliche Ungleichgewicht im Innen- und Verteidigungsministerium. Im BMI waren 2005 lediglich etwa 6.000 der rund 32.000 Bediensteten weiblich, das sind 18,2 Prozent. Im BMLV waren rund 3.300 oder 12,6 Prozent der insgesamt etwas über 26.000 Mitarbeiter Frauen. Die Zahlen zeigen auch im Detail, dass Polizei und Bundesheer fest in Männerhand sind: Von den 28.242 Vollbeschäftigten bei der Bundespolizei sind 24.547 Männer. Bei den Soldaten waren 15.829 der 17.303 unter den Kommanden Landstreitkräfte, Einsatzunterstützung, Luftstreitkräfte und Internationale Einsätze Tätigen männlich.

Am anderen Ende der Tabelle steht das Sozialministerium mit 62,2 Prozent Frauenanteil gefolgt vom Frauenministerium mit 59,7 und dem Bundeskanzleramt mit 55,2 Prozent. Diese Ressorts haben allerdings einen weit niedrigeren Personalstand als das BMI und das BMLV. Das Sozialministerium und Bundeskanzleramt haben laut der Anfrage jeweils rund 1.200 und das Frauenministerium etwa 800 Bedienstete. Das Bildungsministerium, das 74.000 Angestellte zählt, verweist auf einen Frauenanteil von 51,6 Prozent. Damit haben lediglich vier der zwölf Ressorts mehr weibliche als männliche Mitarbeiter, drei davon werden übrigens auch von Frauen geführt.

Das Außenministerium und Justizministerium weisen einen Frauenanteil von 47,8 bzw. 48,4 Prozent auf. Im Wirtschafts- und Verkehrsministerium sind rund 38 Prozent der beschäftigten Frauen, im Landwirtschaftsministerium sind es 43,6 und im Finanzministerium 46 Prozent. Im Vergleich zu 2003 erhöhten acht von zwölf Ressorts ihr weibliches Personal, vier verringerten diesen. Bei der in den Anfragen ebenfalls erhobenen "höherwertigen Verwendung" von Mitarbeitern steht es zwischen Frauen und Männern gar 27,2 zu 72,8 Prozent.

Gegenüber 2003 wurden in allen Ministerien 4.257 männliche und 3.386 weibliche Mitarbeiter eingespart. Die Abgeordnete Walther kritisiert, dass "der Abbau von etwas mehr Männern als Frauen sich in zu geringem Ausmaß auf das Gesamtverhältnis von weiblichen und männlichen Bediensteten auswirkt. Hier hätte es schon weiterer Anstrengungen bedurft. Unrühmliche Tatsache bleibt, dass sich der weibliche Anteil in den Ministerien weiter verringert hat."

(apa/red)