Kein Geschäft mit den Mitbewerbern: ÖBB verschrotten Loks statt sie zu verkaufen!

Deutsche Bahn verkauft alte Rangierloks weiter "Dann macht das Geschäft eben ein anderer"

Die ÖBB verschrottet lieber ihre gebrauchten Loks, als daraus noch Gewinne zu erzielen. Obwohl österreichische Mitbewerber mit dem gebrauchten Material weiterfahren möchten, kommen die alten Maschinen zum Schrott. Die österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (GSV) bezeichnet diese Praxis als "betriebswirtschaftlich und volkswirtschaftlich nicht vertretbar". "Kein seriöser Privatunternehmer käme auf die Idee, Betriebsvermögen mutwillig zu vernichten", so die GSV in einer Aussendung.

Die ÖBB betonen hingegen, dass ihnen das Ausschlachten und nachfolgende Verschrotten billiger käme als neue Ersatzteile zu kaufen. Der Schrottwert einer Lok liegt laut Bahn bei rund 25.000 Euro. Doch die Bundesbahnen verschrotten nicht nur, sondern sie verkaufen auch - allerdings nur ans Ausland, wie zuletzt sechs Loks an Schweden. Dass es eine Vorgabe gibt, die Loks nicht an inländische Mitbewerber zu verkaufen, bestreiten die ÖBB. "Dies wäre ja EU-wettbewerbswidrig", hieß es. Mit der Einschränkung: "Wem wir verkaufen, bleibt aber schon uns überlassen."

"Dann macht das Geschäft eben ein anderer"
Dies stößt naturgemäß den Mitbewerbern sauer auf. Sie verweisen darauf, dass sich die ÖBB durch das Verkaufs- und Vermietungsverbot ohnehin nicht den Wettbewerb vom Leibe halten können, da nun die Loks im Ausland zugekauft würden. "Dann macht das Geschäft eben ein anderer", so LTE Logistik-Chef Gerhard Eibinger auf APA-Anfrage. Auch bei den Wiener Lokalbahnen fühlt man sich "links liegengelassen". So sei etwa die Zusage für zwei Dieselloks letztendlich doch wieder zurückgezogen worden.

Verpflichtung, nicht in Österreich zu fahren
Ein wenig mehr Glück hatte der Bahnanbieter RTS. Ihm war es vor zwei Jahren gelungen, über das Ausland an ÖBB-Material zu kommen. Aber auch das wurde mittlerweile eingestellt. Ausländische Anbieter müssen sich demnach verpflichten, mit den Loks nicht in Österreich zu fahren.

Anders handhabt dies die Deutsche Bahn. Auf APA-Anfrage hieß es, Rangierloks würden sowohl im In- wie im Ausland verkauft, alle anderen Loks würden ausgeschlachtet und deren Ersatzteile weiterverwendet.

(apa/red)