Kein Gastgeschenk an Hausherren: Jürgen Melzer unterliegt Roddick in Wien in 2 Sätzen

Schwarzer Freitag: Auch Koubek im 1/4-Finale out PLUS: Alle Ergebnisse und Auslosung des Turniers!

US-Star Andy Roddick ist für Jürgen Melzer auch im sechsten Vergleich eine Nummer zu groß gewesen. Der Lokalmatador mühte sich bei der BA-CA-Trophy im Viertelfinale auch im sechsten Duell mit dem 24-Jährigen vergeblich um einen Satzgewinn, der Weltranglisten-Sechste siegte 6:4,6:3. Auch der Kärntner Stefan Koubek hat seinen zweiten Semifinal-Einzug bei der BA-CA-Trophy nach 2001 verpasst. Der 29-Jährige verlor gegen Dominik Hrbaty 1:6,7:5,2:6.

"Meine Enttäuschung ist natürlich groß", resümierte Melzer nach der 73-minütigen Partie. "Er hat mit seiner Aufschlag-Stärke viel Druck ausgeübt. Da muss man erst damit fertig werden." Tatsächlich rettete sich Roddick in heiklen Situationen meist einmal mehr mit seinem Service, wogegen Melzer beim Aufschlag nicht seinen besten Tag hatte. Durch Kampfkraft und aggressives Spiel hielt sich der 25-Jährige aber dennoch recht gut im Spiel.

So ließ der Österreicher erst im letzten Game des ersten Satzes eine Breakchance seines Gegners zu, die dieser ausgerechnet durch einen Doppelfehler Melzers nützte. Davor hatte das ÖTV-Ass Roddick auch bei dessen Aufschlag mehrmals mit aggressivem Spiel und teilweise klug gespielten Bällen etwas in Verlegenheit gebracht. "Ich habe mich auch um fünf Klassen besser gefühlt als im Achtelfinale", erklärte der Daviscupper.

Bei 1:1 in Satz zwei musste Roddick die ersten drei Breakbälle gegen sich im Turnierverlauf akzeptieren, Melzer verwertete den zweiten. Doch Roddick gelang postwendend das Rebreak, ehe sich Melzer im achten Game bei einem Ball verschätzte und damit das Ende einleitete. Denn Roddick breakte abermals und servierte aus. Melzer: "Sein Sieg geht in Ordnung. Sicher war ich nach meinem Programm sehr müde, aber darauf rede ich mich nicht aus."

Roddick bescheinigte dem Deutsch Wagramer, den Ball gut getroffen zu haben, lobte die tolle, faire Stimmung in der mit mehr als 8.000 Zuschauern gut gefüllten Halle. "Ich hätte ihm nicht so viele Optionen lassen sollen", erklärte Roddick. "Aber das Service war mein Vorteil." 85 Prozent 1. Aufschlag und elf Assen hatte Melzer matte 45 Prozent und ein Ass entgegen zu setzen. Melzer: "Auf dem Belag kann ich mit meinem Aufschlag nicht viel ausrichten."

Koubeks Kampfgeist blieb diesmal unbelohnt
Das Wochenend-Programm geht im Einzel ohne Österreicher über die Bühne. Im Viertelfinale war zunächst Jürgen Melzer an Andy Roddick (USA-3) 4:6,3:6 gescheitert, unmittelbar danach verlor Stefan Koubek gegen den Slowaken Dominik Hrbaty 1:6,7:5,2:6. Mit zwei österreichischen Viertelfinalisten beim Heim-Turnier erstmals seit 1990 war der Event sportlich freilich dennoch ein ÖTV-Erfolg.

Aber es ist durchaus mehr möglich gewesen, vor allem für Koubek. Während Melzer trotz engagiertem Spiel letztlich auf Grund der Service-Stärke von Roddick auch im sechsten Duell mit dem US-Star keinen Satz gewann, kämpfte sich der 29-jährige Wahl-Wiener wie schon am Vortag beim tollen Sieg gegen Marcos Baghdatis (CYP-4) in einen dritten Satz. Doch diesmal fehlte das Happy End, Koubek blieb sein zweites Wien-Semifinale nach 2001 verwehrt.

"Ich kann mir aber nichts vorwerfen, habe alles probiert", erklärte der Weltranglisten-88. nach der Partie. "Aber im ersten Satz hat Dominik einfach super gespielt." In Zahlen sah das so aus, dass Koubek nach dem Eröffnungs-Game nicht mehr anschrieb. Doch im zweiten Durchgang ging es bis zu 4:4 mit dem Service, ehe der ÖTV-Daviscupper Hrbaty erstmals breakte, den Vorteil allerdings gleich wieder zum 5:5 abgab.

"Dann habe ich mich aber super reingefightet", analysierte der Villacher. "Denn nach dem ersten Satz habe ich mir gedacht, dass ich die Halle noch einmal zum Beben bringen möchte." Und im elften Game des zweiten Satzes hielt es die Zuschauer wirklich nicht mehr auf ihren Sitzen, als Koubek nach zehnmal Einstand seinen siebenten Breakball verwertete. Das war der Schlüssel zum Satz-Gewinn, aber leider nicht zu mehr.

Koubek: "Ich war dann voll ready für den dritten Satz, aber er hat mich überrascht." Rasch stand es 4:0 für Hrbaty, ein Rebreak von Koubek war um eines zu wenig. "Der Rückstand war dann einfach zu groß." Der mit einer Wild Card ausgestattet gewesene Österreicher geriet damit im Head-to-Head mit Hrbaty 1:3 zurück, verpasste sein drittes Saison-Semifinale. (apa/red)